Morgens um 7 in Murnau – taufrisch in den Montag und die Woche

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Sempervivum mit Nachwuchs © Liz Collet

Den Garten des Paradieses
betritt man nicht mit den Füßen,
sondern mit dem Herzen.

Bernhard von Clairvaux
(1091 – 1153)
französischer Zisterzienser-Abt und Theologe

Sempervivum sind – ebenso wie Saxifraga – typische Gebirgspflanzen und Sukkulenten, die in Bauerngärten und rund um diese gern wachsen und gesehen sind. Der Volksglaube schrieb den Pflanzen die Fähigkeit zu, das Haus vor Blitzschlag zu schützen.

Karl der Große ordnete in seiner Landgüterverordnung Capitulare de villis an: „et ille hortulanus habeat super domum suam Jovis barbam“. d.h. „und jeder Gärtner soll auf seinem Dach ‚Jupiterbart‘ haben“. Jupiter und Donar galten als Götter, die den Blitz unter ihrer Kontrolle hatten, und Hauswurz sollte Blitzeinschlag und Brand fernhalten.

In der Schweiz wurde Hauswurz noch im 20. Jahrhundert als Zauberpflanze verwendet. Man pflanzte sie auf ein Brettchen, das auf einen Pfahl montiert war. Einzelne in den Kamin gehängte Pflanzen, sollten gar davor schützen, dass Hexen durch den Kamin kämen. Auf Viehställe gepflanzt, sollten sie das Vieh vor Seuchen bewahren.

Sempervivum und Saxifraga mögen an ihren Naturstandorten die sonnigen, aber auch weniger warmen Temperaturen im Voralpenland und in den Alpen.

Saxifraga kann auch mit seinem flachen Wurzelsystem zudem mit kargem Boden, ja eben auch vorwiegend steinigem Untergrund und wenig Erde auskommen. Ihre feinen Wurzeln dringen in der Natur ins Gestein ein (daher auch der Name Steinbrech), so versorgen sie sich mit Wasser.

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Sempervivum mit Nachwuchs © Liz Collet

Beim Hauswurz, den ich von Kindesbeinen an liebe und ziehe, ist das ein wenig anders. Hauswurz, botanisch Sempervivum, bildet lange Pfahlwurzeln. Diese können sogar bis ins Grundwasser dringen und sich bei Bedarf von dort ihr Wasser holen. In der Regel ist das aber nicht nötig. Denn typisch für diese Sukkulenten ist ihr hauseigene Wasserreserve in ihren Blättern.

Die Vermehrung der Semperviven ist sehr einfach, denn sie bilden im Frühjahr mehr oder weniger lange Stolonen, an denen sich schnell neue Rosetten bilden. Sie sehen solche auch in diesen Bildern. Die neuen Rosetten könn(t)en dann abgelöst und an den neuen Standort gepflanzt werden. Die generative Vermehrung und damit Züchtung von Sempervivum-Sorten ist ebenfalls möglich, wenn sich Blüten bilden.

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Sempervivum mit Nachwuchs © Liz Collet

Ob Sie – wie ich es von meinem Grossvater kenne und lernte – Sempervivum-Arten oder auch Saxifraga-Sorten kreuzen und züchten wollen oder ob es Ihnen bereits gefällt und genügt, die wunderschön symmetrisch geformten und so unterschiedlich vielen Arten selbst zu pflanzen und ihnen Raum in Garten, auf Balkon, am Haus- oder Garagen- oder auch gern auf Vogeläuschendach, im Steingarten oder im Alpinum zu geben, sie sind weitgehend sehr pflegeleicht. Gern mögen sie beim Substrat eine Mischung aus Erde, Sand und Steinchen (Basaltsplit).

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Sempervivum © Liz Collet

Im Handel finden Sie beizeiten einfache und kleine Rosetten lose in blossen Keramikschalen oder auf und in anderen Gefässen liegend, woran man erkennen kann, dass ein gewisser Trend um diese nur vermeintlich unscheinbaren Pflanzen zu beobachten ist. Und auch vom Blumen- und Pflanzenhandel erkannt und angeregt wird. Bei Blumen Müssig neben dem Murnauer Rathaus etwa liegen einige gar auf kleinen, rund 5- 6 cm hohen Minivasen einfach obenauf oder in auf einem flachen Teller oder in einer Schale. Dekorativ – kommt einem sofort in den Sinn – kann man sich 3 kleine Vasen arrangiert stehend vorstellen, auf denen je eine von unterschiedlichen und unterschiedlich geformten und farbigen Arten von Sempervivum liegen.

Bei genauer Betrachtung kann man an der Unterseite selbst dieser Rosetten bei einigen bereits 1-3 mm kurze helle Wurzelfädchen sehen.

Fans und Liebhaber von Sempervivum und Sagifraga gibt es aber nicht nur im Voralpen- und Alpenraum. Auch in Mittelfranken findet sich ein wahrer Fan von ihnen, dem Querbeet des BR in diesem aktuellem Video einen hübschen und interessanten Beitrag gewidmet hat.

Ein bisserl „erhöhte Luftfeuchtigkeit und vermehrte Morgentaumenge“ mag auch Sempervivum, um wieder aufzutanken und taufrisch in die neue Woche zu blicken, während im Blauen Land ’sKaffeehaferl schön heiss in den Händen liegt, draussen am Balkon auf der Bank und beim Blick rundum. Auch Ihnen einen erfrischten Auftakt der neuen Woche!

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