Zum 140. Geburtstag: „Gabriele Münter und die Volkskunst“

Münter-Haus © Liz Collet

Münter-Haus © Liz Collet

Das Schlossmuseum Murnau zeigt zum 140. Geburtstag von Gabriele Münter die Sonderausstellung „Gabriele Münter und die Volkskunst“ vom 27. Juli bis 12. November 2017.

Schlossmuseum Murnau© Liz Collet

Schlossmuseum Murnau© Liz Collet

Am 19. Februar 2017 jährte sich der 140. Geburtstag von Gabriele Münter, die 1962 starb und deren Grab in einer der oberen Reihen des Friedhofes der Pfarrkirche St. Nikolaus in Murnau liegt, die ihrerseits im Blickfeld vom Hochanger und dem Münterhaus unübersehbar ist.

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Münterhaus mit Pfarrkirche St. Nikolaus © Liz Collet

Von ihrer Grabstätte aus hat man nicht nur den Blick auf Ettaler Mandl und Alpspitze Wettersteinmassiv, sondern auch den Blick auf das Münterhaus, in dem Gabriele Münter zunächst mit Kandinsky gelebt hatte und in das sie später zurückkehrte.

© Liz Collet

Aussichten vom Kirchberg in die Alpen © Liz Collet

Der 140. Geburtstag Gabriele Münters ist Anlass für das Schloßmuseum Murnau und das Oberammergau Museum, Münters Werk und seine Bezüge zur Volkskunst in einer gemeinsamen Ausstellung darzustellen.

Am Münterhaus © Liz Collet

Am Münterhaus © Liz Collet

Angeregt durch Kandinsky begann Gabriele Münter Hinterglasbilder, Votivbilder, Heiligen- und Spielzeugfiguren zu sammeln, die sie auf Reisen, während ihrer Aufenthalte in Murnau und Umgebung, aber auch in München auf der Auer Dult oder bei spezialisierten Händlern fand.

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Am Münterhaus © Liz Collet

Bei Heinrich Rambold, einem in Murnau ansässigen Hinterglasmaler, erlernte sie die Technik dieser Art zu Malen und verfeinerte sie zunächst durch Kopieren seiner Vorlagen.

Die über 1000 Stücke umfassende Hinterglasbildsammlung des Murnauer Braumeisters Johann Krötz, der seit Ende der 1880er Jahre Bilder aus dem Staffelseegebiet und Oberammergau zusammengetragen hatte (seit 1955 im Oberammergau Museum) ermöglichte ihr wie auch Kandinsky, Franz Marc und Alexej von Jawlensky einen tieferen Einblick in Themen, Motive und regionale Charakteristika der Hinterglasmalerei.

Aussicht auf Alpspitze und Wettersteingebirge mit Ettaler Mandl mit Münterhaus © Liz Collet

Aussicht auf Alpspitze und Wettersteingebirge mit Ettaler Mandl mit Münterhaus © Liz Collet

Auch in Münchner Architekten- und Künstlerkreisen entwickelte sich in den späten 1890er Jahren ein verstärktes Interesse an den Erzeugnissen der oberbayerischen Volkskunst, das 1902 zur Gründung des Vereins für Volkskunde geführt hatte. Gründungsmitglieder waren u.a. die Architekten Gabriel von Seidl und Franz Zell, aber eben auch der Murnauer Braumeister Johann Krötz und der Oberammergauer Schnitzwarenverleger Guido Lang. Dieser ließ dadurch angeregt in den Jahren 1904 bis 1906 das Oberammergau Museum für seine Sammlung Oberammergauer Schnitzereien errichten. Franz Zell, sein Architekt und Innengestalter, ergänzte diese Bestände durch Ankäufe auf der Auer Dult. Kleinskulpturen, wie sie auch heute noch im Oberammergauer Museum zu sehen sind, sammelten neben Hinterglasbildern ihrerseits wiederum die Maler des „Blauen Reiters“, und Gabriele Münter hielt diese Objekte auf zahlreichen Gemälden fest.

Die Authentizität der beiden Orte Murnau und Oberammergau prägt die gemeinsame Ausstellung, die zum ersten Mal den bislang unbeachteten Zusammenhang der allgemeinen Entdeckung der Volkskunst um 1900 und der spezifischen Begeisterung Gabriele Münters für diese herstellt. Münter hat in Murnau gemalt und gelebt und ihr Werk ist seit über zwei Jahrzehnten einer der wichtigsten Forschungsschwerpunkte des Schloßmuseums, ebenso wie die Volkskunst des Staffelseeraums.

Das 1910 eröffnete Oberammergau Museum präsentiert die denkmalgeschützten Räume mit der volkskundlichen Sammlung bewusst in den zeittypischen Arrangements, wie sie Gabriele Münter durchaus selbst dort gesehen haben könnte.

Zur Sonderausstellung erscheint auch ein Katalog mit Fachbeiträgen und zahlreichen Farbabbildungen. Dies und weitere Details HIER.

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