Ich kenn‘ Dich, Vogel, Du bist ein Rabe …..?

© Liz Collet

© Liz Collet

Wer kennt nicht den legendären und allzugern mit tiefer Stimme zitierten Satz aus E.A. Poe’s Werk: „Quoth the Raven “Nevermore.”

Und wer kennt sie nicht, die neckische Redensart: „Ich kenn‘ Dich, Vogel. Du bist ein Rabe.“
Die Bedeutung dieser Redensart ist wenig schmeichelhaft, unterstellt sie doch dem menschlichen Gegenüber eine unredliche, trickreiche und überlistende Tat oder Neigung zu solcher anderen gegenüber.

Tatsächlich sind Raben nicht nur in Sagen, Legenden, Märchen und Fabeln oftmals listige, gelegentlich hinterlistige und intelligente Portagonisten.Manchmal aber auch dumm und eitel, wie in der Fabel vom Fuchs und dem Raben, die dem griechischen Dichter Äsop zugeschrieben wird.

Die Wissenschaft hat dazu mittlerweile ebenfalls einige interessante Studien und Experimente veröffentlicht, die zeigen, welche komplexen Verhaltensweisen Raben erkennen und selbst durchführen können.

Auch sind sie in der Lage, sich Werkzeuge zu schaffen oder zunutze zu machen.

Vom Mythos eines Götterboten bis zu Galgenvögeln und Boten apokalyptischer Rache der Natur gegen die Menschheit in Horrorfilmen haften Rabenvögeln unzählige Vorurteile an, zu denen Sie hier Interessantes und Fakten lesen können.

Der Kolkrabe (Corvus corax) ist ein Singvogel aus der Familie der Rabenvögel (Corvidae). Durch menschliche Verfolgung waren Kolkraben bis 1940 in weiten Teilen Mitteleuropas ausgestorben; mit der nachlassenden Verfolgung nahm die Population wieder zu. Der wissenschaftliche Name Corvus corax setzt sich aus dem lateinischen Corvus und dem griechischen Corax zusammen. Beides bedeutet „Rabe“. Die erste Silbe – Kolk – des seit dem 16. Jahrhundert bezeugten deutschen Namens, soll lautmalerischen Ursprungs sein und den Ruf des Vogels nachahmen.

Was gemeinhin als Rabe gesehen und bezeichnet wird, ist indessen oftmals keiner, sondern beispielsweise eine Krähe, manchmal auch eine Dohle. Elstern mit ihrem markanteren und leichter unterscheidbarem weissen und schwarzem Gefieder werden leichter erkannt und differenziert.

Hätten Sie übrigens gewusst, dass auch der wunderschön gefiederte Eichelhäher (Garrulus glandarius)  ein Singvogel ist und zur Familie der Rabenvögel (Corvidae) gehört?

3 Steps Outdoor © Liz Collet

Sehen und hören können Sie ihn bisweilen in Murnau und allemal am Rande Murnaus und im Blauen Land. Das Bild oben zeigt einen Eichelhäher, den ich auf einem meiner frühmorgendlichen Wege entdeckte, als ich von der Mühlstrasse in Murnau hinunter zum Stocket

Am Stocket © Liz Collet

ging, dann dem Weg am Stocket entlang folgend auf dem Spazierweg von dort

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an der Abzweigung zur Lourdesgrotte vorbei weiter wenige Fußschritte gegangen war. Dort sind auch vereinzelte Eichenbäume zu finden, mithin ein nettes Futterangebot für den ansehnlichen Vogel, der die Eicheln im Futtersack transportiert und mit ihnen auch Wintervorräte anlegt.

Der Kolkrabe unterliegt bereits seit Inkrafttreten des Reichsjagdgesetzes (RJG 1935 dem Jagdrecht; er wurde in Fortführung des RJG in die Liste der jagdbaren Arten gemäß § 2, Abs. 1 des Bundesjagdgesetzes (BJagdG) von 1976 aufgenommen.
Die Europäische Union stellte mit der EG-Vogelschutzrichtlinie (79/409/EWG) von 1979 alle Singvogelarten, und damit auch Elster, Rabenkrähe und Eichelhäher, unter Vollschutz. Die Unterschutzstellung von Elster, Aaskrähe und Eichelhäher im deutschen Recht wurde erst 1987 in Anpassung an die EG-Vogelschutzrichtlinie vollzogen. (Zur Bestimmung der einzelnen Arten mehr auch hier)

Zwischenzeitlich wurde der Rechtsschutz der Arten allerdings wieder geändert. Im Jahr 1994 wurden die drei genannten Rabenvogel-Arten auf massiven Druck aus der Jägerschaft (federführend: Deutschland und Bayern im „Ausschuss der Regionen“) in Anhang II/2 der EG-Vogelschutzrichtlinie aufgenommen. In Deutschland können seither, wie in den anderen EU-Mitgliedstaaten, für die Arten Eichelhäher (Garrulus glandarius), Elster (Pica pica) und Aaskrähe (Corvus corone) Jagdzeiten erlassen werden.

Im Gegensatz zu anderen EU-Mitgliedstaaten hat Deutschland von dieser Möglichkeit bislang bundesgesetzlich keinen Gebrauch gemacht. Die drei Arten unterliegen damit in Deutschland nach wie vor dem Naturschutz- und nicht dem Jagdrecht. Die Naturschutzbehörden können aber gemäß Art. 9 der EG-Vogelschutzrichtlinie und § 20 g, Abs. 6 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) „zur Abwendung erheblicher land-, forst-, fischerei-, wasser- und sonstiger gemeinwirtschaftlicher Schäden“ sowie „zum Schutz der heimischen Tier- und Pflanzenwelt“ und für „Zwecke der Forschung, Lehre, Zucht…“ Ausnahmen zum Abschuss oder Fang zulassen. Auch diese Ausnahmen sind jedoch gemäß Art. 7 der EG-Vogelschutzrichtlinie eingeschränkt: die Arten dürfen durch Fang oder Abschuss nicht in ihrem Bestand gefährdet werden, die Jagd darf nicht in der Brutzeit ausgeübt werden, und die Vermarktung der Vögel ist verboten.

Auch bei diesen Ausnahmeregelungen gilt jedoch u.a., dass das Töten der Tiere nicht in der Brutzeit erfolgen darf, und dass das Töten der Tiere gemäß § 17 Ziffer 1 des Tierschutzgesetzes (TierSchG) aus einem „vernünftigen Grund“ erfolgen muss. Dies und weitere Details zu rechtlichen Fragen und Praxis auch HIER.

Dennoch kommt es immer wieder zu Jagd auf Rabenvögel.

Wie Sie die verschiedenen Rabenvögel unterscheiden können, dazu finden Sie hier einige interessante Informationen.

Noch viele weitere interessante und geschützte Vogelarten sind im Murnauer Moos zu hören und zu sehen. Führungen dorthin sind möglich (hier mehr dazu) und sehr interessant.

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