Weißstörche in Murnau

Weißstörche in Murnau © Liz Collet

Weißstörche in Murnau © Liz Collet

Nach wie vor täglich und meist mehrmals fliegt einer der Störche über meine kleine Lindenburg hinweg.

Storch zur Teepause © Liz Collet

Storch zur Teepause © Liz Collet

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Murnauer Weißstorch-Paar © Liz Collet

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Der Murnauer Weißstorch © Liz Collet

Manchmal sehe ich nur seinen Schatten auf dem Dach des kleinen Seniorenhauses, meist aber ihn selbst von meinem Werkeltisch aus. An manchen Tagen fliegt – um nicht zu sagen: schwebt – er so knapp und tief über diesem Dach hinweg, daß ich Sekundebruchteile bange, ob seine Beine den First streifen werden. Aber wie Kölner in ihrem Rheinischen oder Kölsche Jrundgesetz

(ja, als vielfältig kompetente §§-Schubserin kenne ich selbst dieses und nicht nur das Grundgesetz, welches vor wenigen Tagen am 23. Mai 68. Geburtstag feierte und die ältere, bereits am 8. Dezember 1946 in Kraft getretene Bayerische Verfassung)

sagen würden: Et hätt noch emmer joot jejange.

Nicht alles und nicht immer geht auch bei Störchen alles gut. Manche geraten schrecklicherweise in Windräder. Jungvögel überleben die ersten Flüge in der Thermik manchmal zwar beim „Hochschrauben“ in selbiger, nicht aber Tücken von Böen oder wenn sie wieder zur Landung kommen wollen.

Auch von den nun im 4. Jahr in Murnau Nachwuchs aufziehenden Störchen gibt es nicht nur schöne Geschichten, nicht jedes der Storchenkinder in diesen 4 Jahren überlebte. Aber das ist – leider und ganz sachlich und im wahrsten Sinne natürlich betrachtet – Teil der Natur. Jedes Leben ist endlich. Nicht jeder Nachwuchs schafft es bei egal welchem Lebewesen über Geburt und das Tierkindalter hinaus.

Manches liegt in der Natur, anderes ist von Menschenhand gemacht oder verursacht, angefangen von ungewolltem Schaden durch ausgelegtes Mäusegift und in der Landwirtschaft eingesetzte Chemie bis zu böswillig und gezielt ausgelegten Fallen und Abschüssen.

Die Murnauer Weißstörche sind nicht nur deswegen eine Sensation, weil sie fast mitten im Ort ihren Horst haben, auf dem Schornstein der Emanuel-Seidl-Schule. Unerreichbar hoch oben, aber eben mitten im Leben von Kindern und Schule und Schulhof und sogar der Musikschule, deren Klänge durch die geöffneten Fenster auch während meiner Besuche bei den Störchen zu hören sind. Eine Sensation sind sie auch als das erste Brutpaar im Landkreis Garmisch-Partenkirchen und vor allem als das südlichste und den Alpen nächstgelegen brütende Paar Bayerns. Das bedeutet aber zugleich eben auch klimatische Bedingungen, die beizeiten und wie in diesem Jahr gesehen, länger und anhaltender winterlich sind und somit das Risiko für Nachwuchs erhöhen.

 

Weißstörche in Murnau © Liz Collet

Weißstörche in Murnau © Liz Collet

Etwas nördlicher liegt die Storchenkolonie bei Raisting und Pähl, die 2014 acht besetzte Horste zählte. 2016 waren dort 10 Horste besetzt – aktuell sind es 15 Horste. In Weilheim und Altenstadt waren jeweils ein Storchenpaar zu finden.

In Benediktbeuern habe ich auf dem Dach des Klosters links von der Basilika Storchen sehen dürfen.

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Frühling im Kloster Benediktbeuern © Liz Collet

 Weißstorch in Benediktbeuern © Liz Collet

Weißstorch in Benediktbeuern © Liz Collet

 Weißstorch in Benediktbeuern © Liz Collet

Weißstorch in Benediktbeuern © Liz Collet

Hinter dem einzelnen oberen Fenster des Klostergebäudes nisteten übrigens Falken, die Besucher über eine Webcam dort und einen Bilchschirm im Klostercafé beobachten konnten.

Zurück zu den Murnauer Störchen:

Naturgegeben sind hier andererseits seltene und günstige Bedingungen wie das Murnauer Moos, zu dem die Weißstörche ebenfalls immer wieder fliegen, um dort wie auch an den nahegelegenen Seen Futter zu suchen. Störche fressen neben Insekten, Amphibien und Reptilien auch kleinere Säugetiere. Der Tagesbedarf wird manchen überraschen. Eine Storchenfamilie mit 2 Jungtieren muss fast 5 kg Nahrung täglich finden, um zu überleben und den Nachwuchs gross und stark genug zu bekommen, um flügge zu werden. Der Nachwuchs hat hierzu einen Zeitraum von 55 bis 75 Tagen Zeit.

Im Spätsommer können Beobachter dann ein spektakuläres Bild geniessen, wenn eine Gruppe von Störchen durch Wiesen und das Moos schreitet. Ein optimaler Lebensraum für Störche benötigt grossflächig extensiv bewirtschaftete Feuchtwiesen auf, in denen Teiche und periodisch überschwemmte Senken zu finden sind. Und hier liegt bereits ein Teil der von Menschenhand veränderten Natur und Lebensräume. Denn die Intensivierung der Landwirtschaft hat nachhaltig – letzteres im eben nicht besten Sinne – zum Rückgang auch der Störche beigetragen.

Weißstörche in Murnau © Liz Collet

Weißstörche in Murnau © Liz Collet

Während die Weißstörche sich – durch vielerlei und langjährige Bemühungen – langsam wieder zu vermehren begannen,

Weißstörche in Murnau © Liz Collet

Weißstörche in Murnau © Liz Collet

ist der Schwarzstorch weiterhin zunehmend gefährdet und immer seltener zu sehen. Vor etwa 200 Jahren waren sie durch intensive Waldwirtschaft und Jagd nahezu ausgerottet, bis er seit ca. 1980 und durch Zuwanderung besonders aus Osteuropa langsam wieder zu finden war und in seinem Bestand anzuwachsen begann. sie benötigen für ihre Horste ruhige, etwas lichte Brutplätze in grossen Laub- und Mischwäldern mit einem gutem Nahrungsangebot in deren Nähe. An Förstern, Waldbesitzern und Jägern liegt es daher, gemeinsam mit Vogelschützern und deren Verbänden, auch die Schwarzstörche und ihre Horststandorte vo Störungen zu schützen.

Der Landesbund für Vogelschutz e.V. bietet für Interessierte gemeinsam mit der Tourist Information Murnau Beobachtungsspaziergänge zum Storchennest an der Emanuel-von-Seidl-Grundschule an. Termine der Storchenführungen von Monika Klas in Murnau gibt es jetzt noch an den folgenden Freitagen:

2., 9. und 16. Juni 2017. Treffpunkt ist jeweils um 16 Uhr am Rathaus Murnau am Untermarkt 13. Gemeinsam gehen Sie dann mit Monika Klas durch die Schloßbergstrasse vorbei an der Bäckerei Schröfele,

Bäckerei Schröfele © Liz Collet

Bäckerei Schröfele © Liz Collet

Murnauer Tagblatt © Liz Collet

Murnauer Tagblatt © Liz Collet

dem Käseladen und dem Tagblatt hinauf bis zur Pfarrkirche St. Nikolaus

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und an dieser vorbei bis zur Emanuel-von-Seidl Schule und dem dorigen Storchenhorst. Sie können dort die Störche mit einem Spektiv beobachten oder – wie ich – fotografieren, wozu ein eigenes Teleobjektiv gute Dienste leistet.

Sie erfahren bei den rund einstündigen Führungen von Frau Klas, die übrigens auch Schwanenbeauftragte ist, viel über Lebensgewohnheiten der Störche und können gerne Fragen stellen. Während der Führung erlebten wir nicht nur An- und Abflug eines der Elternstörche und konnten beobachten, wie die Storchenjungen

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um Futter bettelten und es erhielten,

Weißstörche in Murnau © Liz Collet

Weißstörche in Murnau © Liz Collet

sondern auch den Anflug eines horstfremden Storchen, der nach kurzem „Gefecht“ vom Storchenvater verjagt wurde und den Flug dreier weiterer Störche, die über der Schule kreisten, sich in der Thermik hoch“schraubten“ und Richtung Kirche und Riegsee über den Kastanien weiter flogen.

Die Führungen sind kostenlos, Spenden sind aber herzlich willkommen und sind eine von mehreren Möglichkeiten, wie Sie finanziell oder auch sonst den Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. unterstützen können. Mehr dazu finden Sie auch HIER.

Interessieren könnten Sie auch die Liste der Webcams für Storchen HIER oder die Storchenlandkarte HIER.

Jedes Recht verpflichtet auch……., ist es nicht so?

Bayerisches Grundrecht auf Naturgenuss © Liz Collet, Freistaat Bayern, Naturschutz, Natur, Schwammerlparagraf, Schwammerlparagraph, Waldfrüchte,

Bayerisches Grundrecht auf Naturgenuss © Liz Collet

Im Interesse der Natur…und dem eigenen, diese weiter geniessen zu dürfen und zu können.

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