Wollschweine im Blauen Land und im Ammergau

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Mangalicaschwein © Liz Collet

Gestern habe ich wenige Schritte von meiner kleinen Lindenburg entfernt und nahe der kleinen Kirche St. Martin

Sankt Martin in Weindorf © Liz Collet

Sankt Martin in Weindorf © Liz Collet

diese beiden Wollschweindl entdeckt, die sich munter auf ihrer Wiese hinter diesem Zaun im Freien vergnüglich dem Landleben widmeten und neugierig sofort herantrabten, als ich den Weg entlang kam.

 

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Mangalicaschwein © Liz Collet

Die Mangalitza Wollschweine sind neuerdings in vieler Munde. Noch nicht in aller Munde, in vegetarischen und veganen schon gar nicht. Aber in mancher Munde und zwar vor allem derer von Feinschmeckern und Gastwirten und Metzgern, die diese keineswegs neue Schweinerasse neu entdeckt haben. Neu deswegen nicht, weil sie bereits  Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden aus Kreuzung der ursprünglichen Fleischfettschweine (serbischen Sumadiaschweinen) mit Szalantai-Schweinen (Szalontaer / Bakonyer). 1927 wurde diese Rasse offziell anerkannt. In Ungarn waren die Wollschweine sehr beliebt zur Verbesserung der Fleisch- und Speckleistung. Wie vielfach zu lesen ist, wenn es um Wollschweine geht, sollen sie 1965 70 % des gesamten Schweinebestandes ausgemacht haben.

Der Export in die benachbarten Länder begann nach dem 2. Weltkrieg. Man kann sich denken, dass in der Nachkriegs- und Hungerzeit keiner Sorge um zu viel Speck hatte und das gut durchwachsene Fleisch höchst willkommen war.

Am Bodensee wurde die Schweinerasse sogar als Landschaftspflege genutzt und im Alpen-Nationalpark Berchtesgarden zur Bekämpfung des hartnäckigen Alpenampfers (Weideunkraut). Das Mangalica–Schwein ist ein Allesfresser. Die Mast dauert länger als die anderer Schweinerassen. Es braucht jedoch wegen seiner Behaarung und Kälteresistenz keinen Stall und besitzt eine hohe Immunität. Geburt und Aufzucht der Jungtiere gilt weitgehend als problemlos. Wollschweine bringen innerhalb von zwei Jahren drei Würfe mit je 5 bis 10 Ferkeln zur Welt.

Heute sind sie aufgrund des leicht fettmarmorierten, dunklen Fleisches eine Delikatesse für Feinschmecker, die anders als vielfach bei Massenware aus Discountern unvergleichlich saftiger, zarter und nicht trocken und zäh gerät. Landwirte, die den Vorteil der Wollschweine erkannt haben, sind in einigen Bundesländern zu finden und manche haben eine Win-win-Kooperation mit Gastwirten und Restaurants gefunden.

Noch idealer, wenn der Gastwirt selbst seine Wollschweine hält. In der Region hier hat Thomas Zwink vom Unterammergauer Dorfwirt Wollschweine nicht nur auf der Karte, sondern zeigt auch, wo sie sich munter draussen bewegen,

baden

und futtern, was sie – liebevolle Betreuung und Streicheleinheiten durch die Dorfwirtin Brigitte Zwink inklusive –

zu schmackhaften Zutaten in seiner Küche werden lässt. Da hängt dann auch mal „der Himmel voller Mangalitza-Speck“

Auf seiner Website und via Facebook-Seite sind regelmässig besondere Veranstaltungen „auf der Karte“ zu entdecken, bei denen sich nicht nur Schmankerl aus dem Wollschwein finden. Ein Ausflug in die Ammergauer Alpen – sei es zum Wandern, für Radtouren oder kulturelle Sehenswürdigkeiten der Umgebung über die ich hin und wieder schon hier im Blog plauderte und auch in kommenden Beiträgen mehr erzähle – lässt sich so kulinarisch abrunden. Reservierung über das Online Reservierungstool oder telefonisch unter +49 (0)8822 949 69 49 ist anzuraten!

Wer über Nacht bleiben will, findet beim Dorfwirt übrigens auch Übernachtungsmöglichkeit. Mitten im Viereck von Wieskirche, Murnauer Moos, Linderhof und Ettal gelegen hat Unterammergau eine pole position für diese und eine Reihe weiterer lohnenswerter Ziele. Wie wäre es mit einem Frühlingsausflug am kommenden Palmsonntagswochenende?!

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