Steinkrüge „verboten“ beim Ausschank vom schäumenden Getränken – kein Aprilscherz

Mein ältestes Bierkrügl © Liz Collet

Mein ältestes Bierkrügl © Liz Collet

Nach dem Münchner Bierkrieg zwischen den Wiesnwirten und dem Münchner OB um die Preise für die diesjährige Wiesn-Maß und eine Preisobergrenze könnte man es fast für einen Aprilscherz gehalten haben, als man diesen Tweet von BR Quer lesen und das Video sehen konnte:

Schnell kommt da die EU-Bürokratie in Verdacht, wieder mal mit überspannten Richtlinien die Finger im Spiel zu haben und Hand an den Maßkrug zu legen. Und bei der Neigung vieler Internetnutzer, nur Headlines oder Texte zu Links zu lesen, ohne die verlinkten Beiträge selbst, bevor sie sich echauffieren und weiterverbreiten, ist da fix die Liste der Kommentare lang und bös gegen die EU.

Diesmal aber ist’s nicht die EU. Sondern das nationale, sprich: deutsche Recht, das bei der Umsetzung der EU-Richtlinie höchstfürsorglich einen Maßstab an die Maß und Messlatten legt. Bedanken kann sich der Liebhaber der Steinkrügl zuallererst aber eben doch bei jenen Wirten, die oft und lang genug so schlecht einschenken, dass andere nachmessen müssen, ob da nicht besch…..mmelt wird. Glasklar auf Anhieb erkennbarer beim gläsernen Krügl und im Glashaus sitzende Wirte sollten die letzten sein, die nun Geschrei über EU erheben. Nicht jeder sieht’s so kommod, einfach nachzuschenken, wenn der Gast zu viel Schaum und zu wenig Bier im Krug moniert.

Ob Steingutkrügl oder Glas, wichtiger ist eh, dass einem’s Bier schmeckt, das gezapft und eingeschenkt wird. Bei den Preisen der Wiesn-Maß schmeckt die eh schon seit Jahren nimmer. Mit Verlaub, so gut kann kein Wiesnbier sein, dass ich mir nicht lieber eine schöne kühle Maß stattdessen in einem meiner Lieblingsbiergärten unter gratis schattenspendenden Kastanienbäumen zu moderaten Preisen einschenken und zu einem Steckerlfisch und einer schönen grossen Brezen schmecken lasse. Am liebsten die Beine vom Steg am See und die Füsse von dort oder aus dem Ruderboot ins Wasser baumeln lassend, wie die liebe Seele, die dann ihre Ruh‘ hat und haben will.

Jetzt bliebe nur eine Frage in Zeiten, in denen allüberall bei Kaffee, Säften, Smoothies und gar Brühe keiner über deren überteuerte Preise, aber über deren Verpackungsmüll gemosert und Mitnahme eigener Gefässe das Wort geredet wird: Was wäre, wenn ich mit meinem eigenen Steingutkrügl zum Wirt komme und um Ausschank und Einschank in selbiges bäte?

Glangert da das Umfüll-Maß aus Glas dafür und könnt‘ ich darauf nicht ganz und gar mündiger Bürger und Gast auf’s über-Umweg-Um-Und-Einfüllen nicht verzichten oder hätt‘ EU und deutscher Gesetzgeber da auch noch ein weiteres Wörterl dagegen einzuwenden?

Übrigens…… es gab eine Zeit, da holte man sein Bier oder das für den Vater oder Grossvater mit dem Krügl beim Wirt im Dorf und da hatten Stammgäste oftmals sogar IHR Bierkrügl beim Wirt stehen. Steingutkrügl, versteht sich. Im Hofbräuhaus in München gibt’s dafür gar einen Masskrugtresor. Ob man seinen dort lassen möcht‘, mag Geschmacksach‘ sein – ob mit Zinndeckel (nicht nur gegen das, was beim Trinken der Maß Bier nicht in selbiges fallen soll) oder ohne. Meine Bierkrügl – einige ohne Deckel, einige mit – sind beim Ausflug allemal eh dabei. Was also würde g’schehn, würd‘ man sich sein Bier in dieses einschenken lassen wollen? A resolute Bedienung könnt‘ sich ‚tratzt fühlen und gravottisch werden. Todesmutige vor….? Es käme auf einen Versuch an. Solche gehen gelegentlich aus, wie das Schwammerlessen selber gesammelter Schwammerl: EINMAL kann man’s probieren. Vielleicht wär‘ das einen Versuch wert beim BR? Christoph Süß oder der Schmidt Max – wofür gibt’s mutige investigative Reporter….?!? Und für den Fall, daß‘ schief ginge, könnt‘ man Süß aka Helmut Zangel als Leich‘ in München Mord ins Drehbuch einbauen. A Leich‘ im Biergarten oder gar im Hofbräuhaus fehlt der Reihe eh noch. Der Zangel würd‘ zwar zu gern den Kommissar Schaller loswerd’n – aber wann fragt die göttliche Komödie schon nach Plänen ihrer Protagonisten, wenn sie tragische und tödliche Scherze mit ihnen treibt, um den Göttern Freude und Unterhaltung zu schenken. Und worüber lacht die Welt je mehr, als über den, der andern Gruben gräbt und ….na, Sie wissen schon.

Ni X für U ngut!

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