Auf ein Neues – und ein hoffentlich gutes Jahr: Welcome 2017!

Weihnachten 2016 © Liz Collet

Weihnachten 2016 © Liz Collet

Traditionell wird bei mir zwischen dem Christtag, dem Heiligen Abend und dem Dreikönigstag am 6. Januar Winterpause gehalten. Pause! Nicht Winterschlaf! Den halten hier nicht einmal die bärigen Fellracker, geschweige denn meinereiner. Tztztzz… nicht frech werden, Messieurs dames, wo bleiben IHRE guten Vorsätze!?

Seit 1992 mit den jährlichen Winterferien am See, fernab von der seinerzeit gerade ersten Kanzlei und Trubel der Welt drumherum, Auszeit pur für Mann und Maus, unerreichbar für  Telefon, Fax und für Posteingänge (ausser Notfallnummer für Büro – mit Betonung NOTFALLnummer) und schon gar von Mails und Internet, die erst mit der folgenden zweiten Kanzlei ab 1998 Einzug in den Arbeitsalltag fanden. Aber mit der Selbstdisziplin einer Jungfrau, die den Wert der Pflicht zur Arbeit genauso schätzt, wie den Wert der Zeit, die Kopf und der Rest des Menschen zum Durchlüften, Atemholen und Auftanken brauchen zu schätzen versteht und dem Blick in Mails und Mobile diszipliniert zu widerstehen vermag, blieben die beiden Winterwochen eisern verteidigte Inseln im Jahr und zwischen den Jahren. Jener Zeit zwischen Weihnacht und Neujahr und eben mehr noch bis zum Ende der Winterferien.

Manches wurde seither eingetauscht, während Jahr um Jahr wechselte, unter anderem auch 2012 die Isar- gegen die Staffelseemetropole. Nun lebt man da, wo man zuvor selbst und heute andere Urlaub machen. Und manches Mal geniesse ich nun stattdessen nebenher das Vergnügen, anderen Gästen das Land schmackhaft zu machen und ihnen kulinarisch, kulturell, kunst-, rechts- und sonst geschichtlich Schmankerl zu servieren.

Augen- wie Gaumenschmankerl, gleichermassen. Und dies alles eingebettet in Natur und Land, durch das man dabei geht und fährt und spaziert.

Durch’s Blaue Land, den Pfaffenwinkel, das Ammergauer Land, das Fünf-Seen-Land, das Werdenfelser und Zugspitzland und bis hinüber ins Ostallgäu.

Wie zu so vielem kam ich auch dazu wie die Jungfrau zum Kinde, nahm’s gern an, als es sich vor ein paar Jahren zufällig bot – einfach, weil’s mir angeboten wurde, als es 2 Tage vor Heilig Abend galt, für jemanden einzuspringen. Ich sprang – und so wuchs es mir zu.

Wie bei vielen Dingen in der Vita, die sich unversehens in die Lebenslinien reihen und flechten. So dass sie bunter und vielfältiger werden, als der eigentliche Beruf andere es vermuten lassen mag. Manchen, der dann – wie auch dieser Tage wieder geschehen – einen anspricht, wie man zu alledem gekommen sei und was man denn noch alles mache oder könne und woher. So viel? So viel scheint es einem selbst nicht – und so  kann ich schlicht nur immer wieder antworten:

Die einen Dinge mach‘ ich und kann ich, weil ich’s unbedingt wollte – gleich wer dagegen hielt oder was vermeintlich dem im Wege stand. Die anderen Dinge, die mache ich, weil es sich ergab, so entlang des Weges oder weil man mich fragte und ich es interessant fand und gern Neues lerne und kennenlerne. Und es im einen wie im anderen Fall nur zählt, Gelegenheiten zu sehen und zuzugreifen, mit beiden Händen und der Lust und Neugier auf Chancen und vieles, das sich damit ergibt, vor allem: Neues zu lernen. Jeden Tag wieder und unverändert gern.

Für mich der Grundstoff des Lebens, einer der Grundstoffe. Einer der wichtigsten.

Auch an den vergangenen Weihnachtstagen war dies wieder Fall, als ich erneut und mit Vergnügen Menschen Freude mit vielen kleinen Schmankerln machen konnte. Wie jedes Jahr sind es schöne und lebendige und manchmal berührende Begegnungen unterwegs, die sich auf dem Weg einflechten und einreihen. Die das Schatzkästchen weiter füllen, das des Wissens, welches mit Fragen und Entdeckens- und Erzählenswertem, Gezeigtem und Geplaudertem wächst und das der Erfahrungen und Erlebnissen mit Menschen und über Menschen.

Anastasiakapelle in Kloster Benediktbeuern © Liz Collet, Kochelseewunder, Spanischer Erbfolgekrieg, Kirche, Kapelle, Hl. Anastasia

Anastasiakapelle in Kloster Benediktbeuern © Liz Collet

Schön war’s, diese am Ende des Jahres den vielen Erlebnissen aus 2016 hinzufügen zu dürfen, das auch so viele tragische und schreckliche Ereignisse bereit gehalten hatte. Ereignisse, welche Aufmerksamkeit beanspruchen, die aber nicht Herrschaft gewinnen dürfen.

Nicht 2016, nicht 2017.

Sich dessen bewusst zu bleiben ist manches Mal dann leichter, wenn man sich kleine Auszeiten nimmt, vom Trubel der Welt, der lärmender und lauter zu werden scheint, wo jedem nur wenige Tasten genügen, um Timelines zu füllen und zu überschwemmen. Mit vielfach wenig Zuträglichem, wenig Erträglichem, wo Innehalten, Stille und Schweigen die bessere Art der Aufmerksamkeit und Achtsamkeit wären und sind. Um dem Wesentlichem und den Wesentlichen, den Dingen wie den Menschen angemessenen Raum und Zeit zu widmen. Offen zu bleiben für ein neues Kapitel mit einem neuen Jahr und denen, die den Weg teilen, säumen und begleiten und uns auf diesem begegnen.

Vielleicht einer der wichtigsten Vorsätze, der unverbrüchlich Gültigkeit hatte und hat. Über jedes Jahr, jeden Jahreswechsel hinweg. Nicht nur zwischen den Jahren:

Wissen, was und wer wesentlich ist, Prioritäten zu setzen, zu pflegen und zu geniessen, Pflichten wie die Inseln zwischen diesen. Offen sein für alles Gute, alle Chancen und Möglichkeiten, die des Weges kommen und zu denen wir manchmal kommen, wie die Jungfrau zum Kinde und den Blick für die Gelegenheiten zu behalten, bei denen es gilt, zuzugreifen, mit beiden Händen, neugierig, gespannt und mit der Lust auf Neues, das sich ergibt. Unerwartet, unversehens, ungeplant – zwischen all dem, was wir selbst anstreben und zu erreichen suchen und versuchen an Zielen, Wünschen und Plänen. Zu denen auch jenes Quäntchen Glück gehört, das Steine aus dem Weg räumt oder hilft, nicht zu stolpern. Oder auch einmal Eis tauen lassen kann – mit oder ohne himmlisches Wunder. Weil nicht alles in der eigenen Hand oder in dieser allein liegt.

Auf ein neues Jahr, ein hoffentlich gutes Jahr: Willkommen 2017!

Ich freue mich, wenn Sie auch 2017 wieder ein Stückerl Weg hier im Blog – oder auch durch’s Land selbst – mit mir unterwegs sein mögen.

NB: Im Bild zu sehen ist die Anastasiakapelle in Benediktbeuern, die auf einem der oben erwähnten Wege mit netten Menschen an den Weihnachtstagen unter anderem auf einer schönen Fünf-Seen-Tour auch ins Kloster Benediktbeuern führte. Die vielen eher unbekannte kleine Kapelle findet sich seitlich an der Basilika des Klosters und wurde zu Ehren der Märtyrerin Anastasia errichtet. Barockkapelle des Klosters Benediktbeuern in Benediktbeuern. Sie wurde 1751 bis 1753 errichtet, um die Reliquien der Anastasia zu bergen. `Über diese sehenswerte kleine Kapelle werde ich Ihnen an anderer Stelle noch einmal mehr erzählen. An dieser Stelle nur so viel, das sich nicht nur aus aktuellem Anlass des schneeweissen Wintereinbruchs, sondern vor allem an den Weihnachtstagen Gästen so hübsch erzählen lässt, passend zu winterkalten Tagen:

Die erste Anastasiakapelle in Benediktbeuern wurde 1606 von Abt Johann Halbherr errichtet, um den immer häufigeren Wallfahrten zu den Reliquien der hl. Anastasia Raum zu bieten. Ihren Ursprung hat die jetzige Kapelle im sog. „Kochelseewunder“. Und dieses hat die folgende Bewandtnis:

Während des Spanischen Erbfolgekrieges wurden 1704 Kloster und umliegende Dörfer vor den anrückenden feindlichen Truppen durch ein an Anastasia gerichtetes Gebet gerettet. Es herrschte ein harter Kriegswinter, als österreichische und Tiroler Truppen anrückten und sich anschickten, die zugefrorenen Gewässer Kochelsee, die Loisach sowie die umliegenden Moorgebiete zu überqueren. Wie andernorts vielfach in jener Zeit drohte damit Überfall, Plünderung und womöglich Brandschatzung des Klosters. So beteten am 28. Januar – dem Vorabend des Festtags der hl. Anastasia – die Mönche um himmlischen Beistand. Mag es solcher gewesen sein oder eine Laune des Wetters – am Nachmittag jenes Tages brach ein starker Föhnwind herein, welcher binnen weniger Stunden Moor und Eis auftauen liess. Den Truppen blieb nichts als der Abbruch des Angriffes. Zum Dank für dieses „Kochelseewunder“ ließ Abt Leonhard Hohenauer die Kapelle errichten.
Und ….mehr über diese hübsche Kapelle demnächst.

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