Ortsspaziergänge in Füssen: Ehemaliges Wohnhaus des Bildhauers Anton Sturm

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Ehemaliges Wohnhaus des Bildhauers Anton Sturm © Liz Collet

In der Brunnengasse 18 in Füssen fällt dieses eindrucksvolle Holzportal mit einem Sandsteinrelief ins Auge. Es handelt sich bei dem denkmalgeschütztem Anwesen (Denkmalliste Aktennummer D-7-77-129-35) um das ehemalige Wohnhaus des Bildhauers Anton Sturm. 

Anton Sturm wurde am  30. Mai 1690 in Faggen, Pfarrei Prutz in Tirol geboren und starb am 25. Oktober 1757 in Füssen. Spuren des Barock- und Rokoko-Bildhauers finden sich mit seinen Arbeiten vorwiegend im Allgäu, Oberbayern, Oberschwaben, im Tiroler Außerfern und in einigen Museen.  Am 9. Juni 1721 heiratete Anton Sturm in Füssen die aus Boos bei Memmingen stammende Maria Fellner und kaufte neun Tage nach seiner Hochzeit ein Haus im heutigen Anwesen Brunnengasse 18, wo er seine Werkstatt einrichtete. Aus Sturms Ehe mit seiner Frau Maria gingen von 1722 bis 1729 insgesamt sechs Kinder hervor – drei Mädchen und drei Buben. Sturm bildete eine ganze Reihe von Lehrlingen aus, darunter auch seinen Sohn Franz Joseph. Auch beschäftigte er regelmäßig Gesellen, deren Namen jedoch nur vereinzelt überliefert sind.  Im Alter von 67 Jahren starb Anton Sturm und wurde auf dem Friedhof St. Sebastian in Füssen beigesetzt. Ihm folgte ein Jahr später seine Frau; die Bildhauerwerkstatt wurde danach nicht weitergeführt.

Sturm hatte unter anderem den Auftrag zur Ausstattung des Neubaues der Kirche des Füssener Klosters Sankt Mang. Für die Magnuskapelle schuf er vor 1717 die vier lebensgroßen Heiligenfiguren Benedikt, Scholastika, Columban und Gallus aus weißem Laaser Marmor. Zwischen 1721 und 1722 folgten für den Hochaltar vier weitere marmorne Monumentalfiguren. Mit der Sitzfigur des Hl. Magnus vollendete Sturm 1725 die Ausstattung der Magnuskapelle. Von 1724 bis 1727 lieferte Anton Sturm für den Kaisersaal der oberschwäbischen Benediktinerabtei Ottobeuren 16 überlebensgroße Standbilder von Kaisern aus dem Hause Habsburg. Die Justitia im Dom von Augsburg wird ihm ebenso zugeschrieben wie der Taufstein

Kloster Rottenbuch © Liz Collet

Kloster Rottenbuch © Liz Collet

in der Klosterkirche Rottenbuch.

Kloster Rottenbuch © Liz Collet

Kloster Rottenbuch © Liz Collet

Kloster Rottenbuch © Liz Collet

Kloster Rottenbuch © Liz Collet

Kloster Rottenbuch © Liz Collet

Kloster Rottenbuch © Liz Collet

Anton Sturm fertigte auch für die Pfeilerpaare der Querachse vier überlebensgroße Holzfiguren der abendländischen Kirchenväter in der Wieskirche in Steingaden: Hieronymus, Ambrosius, Augustinus und Gregor der Große

 Sankt Hieronymus © Liz Collet

Sankt Hieronymus © Liz Collet

 Aus dem Dunkel ins Licht © Liz Collet

Aus dem Dunkel ins Licht © Liz Collet

Der dreigeschossige Giebelbau seines Füssener Wohnhauses mit Satteldach, korbbogiger Einfahrt und einer rückseitigen Laube mit Balustern datiert  im Kern wohl aus dem 17. Jahrhundert.

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Ehemaliges Wohnhaus des Bildhauers Anton Sturm © Liz Collet

Das Sandsteinrelief des Künstlers ist mit „1724“ bezeichnet. Es bestehen noch Rückgebäude, Wirtschaftsgebäude und ehemalige Werkstatt von Anton Sturm, im Kern wohl 16./17. Jahrhundert und das Mansarddach mutmasslich aus dem 18. Jahrhundert.

Mehr über den Bildhauer Anton Sturm und sein beeindruckendes Werkverzeichnis finden Sie HIER.

Bilder:   © Liz Collet

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