Die Alte Apotheke im Patrizierhaus in Garmisch-Partenkirchen

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Alte Apotheke in Garmisch-Partenkirchen © Liz Collet

Die Historische Apotheke am Marienplatz ist eine meiner Lieblingsapotheken in der Region rund um das Blaue Land und eines der besonders schönen Wahrzeichen von Garmisch-Partenkirchen unterhalb Alpspitze und Waxenstein.
Das heute unter Denkmalschutz stehende Patrizierhaus im Empirestil mit Einfluss italienischer Stukkateuere wurde 1797 nach 5 Jahren Bauzeit feierlich eingeweiht.

Bauherr war der wohlhabende Kaufmann Johann Jakob Mayr (1734 – 1797), welcher mit Italien regen Handel trieb und das Haus mit der Ambition errichten liess, es zum prächtigsten Anwesen weit und breit zu machen.

Dazu liess er auch Stukkateure aus Italien kommen.

Eine Apotheke wurde dann im Jahre 1822 von dem Augsburger Arzt und Apotheker Dr. Jakob Byschl im Anwesen eröffnet. Er hatte 1816 in Augsburg die Enkelin jenes Garmischer Kaufmanns Mayr geheiratet, die er in Augsburg kennengelernt hatte.

Zu den Einrichtungsgegenständen der Apotheke gehörte auch ein Arzneischrank aus dem Kloster Ettal, in dem sich in einem Geheimfach das Rezept für den Ettaler Klosterlikör befand.

Bis 1910 blieb diese Apotheke die einzige im Umkreis. Mehr als ein Jahrhundert lang blieb die Apotheke auch im Besitz der Familie. 1929 verkaufte der damalige Eigentümer Max Byschl aus gesundheitlichen Gründen sie an Ludwig Ryhiner. Dieser ließ die Apotheke umfassend renovieren und leitete sie 30 Jahre lang.

Sein Nachfolger wurde Walter Imhoff, bis dahin Besitzer der Pfauen-Apotheke München, der die Apotheke am 1. Oktober 1959 zunächst in Pacht übernahm. Sechs Jahre später ging sie in seinen Besitz über. Von Beginn an führte er mit Ehefrau Lore, Sohn Hans und Tochter Ursula Bockhorni-Imhoff, alle Apotheker, das Unternehmen unter dem Motto, dass nur im Fortschritt Tradition bewahrt werden könne. Unter seiner und der Leitung seines Sohnes Dr. Hans Imhoff wurde die Apotheke stetig modernisiert und weiterentwickelt.

In der Offizin der Alten Apotheke erinnern noch zahlreiche pharmazeutische Gerätschaften wie Mörser, Waagen, bauchige Gläser, bemalte Fayencen, Salbengefäße, kunstvoll gearbeitete Schränke und unzählige Schublädchen, Vitrinen und Rezepturtische an vergangene Zeiten.

Heute wird sie in der dritten Generation nach der Reihe ausnahmslos männlicher Besitzer und Apotheker, deren Bildergalerie Sie HIER sehen können, von Verena Bockhorni geleitet, die mit einem rundherum stets freundlichem Team Ansprechpartner für Patienten und Kunden ist. Bis heute bietet die Alte Apotheke neben einem modernem und zeitgerechtem Service in dem denkmalgeschütztem Patrizierhaus eine Fülle natürlicher Produkte aus eigener Herstellung, angefangen bei Arnikaprodukten wie das bekannte Arnika Schmerzfluid über Tees und hauseigene Liköre bis hin zu Ölbädern und Seifen. Zu den Spirituosen gehört unter anderem der hauseigene Magenbitter, welcher nach einem Rezept hergestellt wird, das bereits seit 1822 von Generation zu Generation überliefert wird.

Die schöne alte Apotheke, mutet vor allem im winterlich verschneiten Garmisch zur Blauen Stunde besonders heimelig an. An einem solcher Winterabende vor rund 12 Jahren kam sie mir während eines meiner jährlichen Winterurlaube im Blauen Land auch erstmals vor die Linse. Später führte mich der Weg berufsbedingt im Rahmen einer Serie von Apotheken-Tests, mit denen ich beauftragt war, um die Qualität der Beratungen durch Apotheker und deren Personal zu testen, erneut zur Apotheke und in diese hinein.
Wiederum ein paar Jahre danach – seit meinem Umzug ins Blaue Land vor vier Jahren – gehört sie auch zu meinem persönlichen Anlaufstellen, wann immer ich für Fotothemen kleine und besondere Zutaten und Ingredienzien und den fachkundigen Rat für redaktionelle Veröffentlichungen oder Tipps und Anregungen benötige. Auch für Fotoserien und Zutaten, die (nicht nur, aber unter anderem) HIER und DA und natürlich später bei Kunden meiner Fotoarbeiten wiederzufinden sind.

Und wie romantisch schön die Apotheke zur Blauen Stunde im ohnehin märchenhaft schön verschneitem Garmisch im Winter aussieht – nun, das zeige ich Ihnen dann gern ein anderes Mal. Virtuell …oder auch nicht nur virtuell.

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