Ein paar Schäfchen nahe der Kirchhofmauer

Schafe bei der Kirche © Liz Collet

Schafe bei der Kirche © Liz Collet

Der Blick geht ins Wettersteingebirge, von Wolken verhüllt, davor das markane Spitzerl des Ettaler Mandls, das in den Himmel zu zeigen scheint.

Gleich unterhalb der Mauern zum Kirchhof auf der Wiese standen sie – ein paar Schafe. Einladend beinahe, sich für einige Momente zu besinnen, wo überall das Schaf, das Lamm in der christlichen Geschichte eine Rolle spielte und Symbol bildet. Wie bibelfest manche noch oder nicht mehr sind oder wirklich wären, wollte man sie fragen, könnte interessant sein – jedenfalls geht mir das bei denen immer besonders durch den Sinn, die eben diese ihre christlichen Werte und Kultur von anderen überrannt und gefährdet sehen. Das mag in einer Hinsicht sogar zutreffen – bei vielen, die eben nur noch sehr wenig eben von diesen christlichen Werten und Kultur, von Bibel, Geschichte und Geschichten wissen. Von leben, nicht zu reden.

Die Pfarrkirche St. Nikolaus, unterhalb der ich auf der Wiese diese Schafe sah, welche sich schutzsuchend an den Stadel stellen, feiert 2017 ihr 300-jähriges Jubiläum, wie Sie rund um das Projekt 1717 auch hier bei mir bereits mehrfach lesen konnten. 2017 ist auch das 500 jährige Jubiläum der Reformation.

Als ich eingeschult wurde, gab es noch „rein katholische Klassen“ und Eltern, die darauf ausdrücklich Wert legten, ihr Kind dort unterrichtet zu wissen, damit es nicht negativ von „Ketzerkindern“ (evangelischen, wie mir) beeinflusst würden. Der Einfluss war zeitlich wie sonst weit grösser in Pausen und vor allem in der Freizeit, denn wir wuchsen im gleichen Haus und Hof und miteinander auf. Logik eigener Art.

Welche Hürden bedeutete zu der Zeit noch Ökumene allein bei den Schulgottesdiensten…… und gesellschaftlich verpönt waren damals und teils noch bis in die 70er Jahre „Mischehen“ von katholischen und evanglischen Paaren. Als ich gerade dachte, nun sei es aber gewiss damit vorbei, hörte ich den Satz „Heiraten würde ich nur einen auch katholischen Mann“ im Bekanntenkreis meiner Regensburger Referendarzeit erneut, 1993.

Gegen aktuelle Diskussionen scheint das alles dann so banal und überholt („früher war alles einfacher“….?? ) – und doch ist es immer wieder neu Zündstoff. Alles andere als lammfromm diejenigen, die einander dann verbal und aggressiv  Shitstürme liefern. Aktuell wie nie somit auch, mit Jubiläen sich manches der Geschichte von Glauben und Religion und ihrer Kriege und ins Gedächtnis zu rufen und aus Geschichte zu lernen zu suchen.  

 © Liz Collet

Aussichten vom Kirchberg in die Alpen © Liz Collet

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