Rund um das Blaue Land: Die Kappel bei Bad Bayersoien

Die Kappel © Liz Collet

Die Kappel © Liz Collet

Das Wetter lässt wieder Ausflüge und Wanderungen zu, die auch einmal einen Blick und Weg erlauben, bei dem der Radius um das Blaue Land ein wenig grösser gezogen wird, ins Ammergauer Land etwa.

Eine der dortigen Sehenswürdigkeiten ist die „Kappel“, eine Gedächtniskapelle, welche 1925 auf dem höchsten Punkt in Bad Bayersoien zur Erinnerung an die 120 Gefallenen der Gemeinde aus dem 1. und 2. Weltkrieg nach dem Entwurf des Architekten Eberle aus Ottobeuren von einheimischen Handwerkern und Künstlern errichtet wurde. Sie stammen beispielsweise die Deckengemälde von den Ottobeuerner Gebrüder Haugg und zeigen Not, Elend und Verzweiflung der Soldaten während der Kriegsjahre ind dramatischen Szenen. Auch Bilder der seinerzeit hoffnungslosen Situation der Bevölkerung nach dem Krieg finden Raum.  Die Buntglasfenster zeigen den Abschied und die Heimkehr eines Soldaten.

Noch heute wird die Glocke der Kapelle geläutet, wenn ein Veteran zu Grabe getragen wird, die Pflege der Kapelle liegt in der Hand des Krieger- und Veteranenvereins.

Für Wanderer, Ausflügler und Gäste des kleinen Kurortes am „Soirer Moorsee“ bietet der Platz von der Kapelle aus aber vor allem einen traumhaft schönen Blick auf den Soier See, das Hörnle und die umliegende Landschaft.

An der Rott © Liz Collet

An der Rott © Liz Collet

Sehenswert in Bad Bayersoien ist nicht nur der Gedenkstein zur Rott, der daran erinnert, dass der heutige Heil- und Moorbadkurort Bad Bayersoien auch eine für den Handel und damit auch Handwert bedeutsame Geschichte hat mit seiner Lage an der Rottstraße, einem ehemaligen sehr bedeutenden europäischen Fernhandelsweg von Augsburg nach Venedig. In früher Zeit war Bayersoien die römische Station, “Ad Seun” (bei den Seen, 15 vor Chr.). Dieser Name geht auf die Lage des Dörfchens an ursprünglich zwei Seen zurück. Der zweite, obere See wurde 1805 abgelassen.

Zur Römerzeit führte eine Straße, die “Via Claudia” vom Brenner über “Parthanum” (Partenkirchen), “Cofeliacus” (Oberammergau) und über, “Ad Seun” (Bayersoien) nach “Augusta Vindelikorum”, dem heutigen Augsburg. Wenn Sie durch die Dorfstraße Bad Bayersoien spazieren, treffen Sie auf den Rottstein  an der Dorfstr. 41, gleich vor dem „Haus Dodl“, der an das Rottprivileg Kaiser Ludwig des Bayern aus dem Jahr 1332 erinnert.

Beim Dodl © Liz Collet

Beim Dodl © Liz Collet

Das Amt des Salzfaktors hatte das Kaufmannsgeschlecht „Bierling“ aus Bayersoien inne. Sie waren über drei Jahrhunderte die wichtigste Familie im Ort.

Das Museum im Bierlinghaus (ebenfalls in der Dorfstraße) berichtet anschaulich und mit Original-Inventar über die damalige Zeit und das Leben der Familie.

Und eine Reihe anderer kleiner “Schmuckstücke” des Ortes, wie etwa die ungewöhnlichen Sonnenuhren im Kurpark in der Kirmesauer Strasse

Sehenswert auch die Pfarrkirche Sankt Georg, welche 1767 von Wessobrunner Künstlern  stuckatiert wurde. Das Deckengemälde stammt vom Lüftlmaler Franz Seraph Zwinck, dem wohl berühmtesten seiner Zunft.

Die Geschichte der Kirche lässt sich zurückführen in das Jahr  1295 mit der ersten Erwähnung durch das Kloster Rottenbuch, mit dem Erwerb zweier Höfe im damaligen Soien. 1315 wird Bayersoien als Filialkirche mit eigener Begräbnisstätte genannt.

Die dem Hl. Georg von Kappadozien geweihte Kirche  wurde im 15. oder 16. Jahrhundert als spätgotischer Bau errichtet und im 18. Jahrhundert barockisiert und neu ausgestattet. Für die Gestaltung der Innenausstattung zeichnen bekannte einheimische Künstler verantwortlich: Joseph Schmuzer für die Stuckaturen und Franz Seraph Zwinck für die Fresken des Hauptgewölbes, die Glaube, Liebe und Hoffnung versymbolisieren.

Das wohl barocke Altarblatt mit der Darstellung des Hl. Georg stammt noch von der alten Ausstattung, neben ihm sieht man  Statuen der Hl. Barbara und Hl. Katharina. Neben dem Hochaltar stehen zwei klassizistische Beichtstühle (um 1780). Aus der gleichen Zeit stammt das Taufbecken, auf dem Aufsatz ist die „Taufe Christi“ zu sehen.

Mehr über das Ammergauer Land und aktuelle Informationen für Gäste finden Sie HIER.

Bilder: © Liz Collet (Interesse an Nutzungsrechten, Kunstdrucken oder Fotoprodukten? Details gern auf Anfrage, gern auch zu weiteren Fotos und Fotoserien)

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