Sonderausstellung „Feuer! in Partenkirchen – der große Marktbrand von 1865“

Licht, Kerzenlicht, espressotasse, Keramik, Keramikleuchter, Keramikkerzenhalter, Kerzenhalter aus Keramik, Tasse, © Liz Collet

Gemütliche Stimmung in der kleinen Lindenburg © Liz Collet

Wie binnen einer (!) Minute ein Zimmer durch einen Christbaum mit brennenden Kerzen ein Raub der Flammen werden kann, zeigt erschreckend anschaulich und überzeugender als Warnhinweise von Feuerwehren und Verbraucherinfos dieses Video.

So wunderschön echte Kerzen sein mögen, ist eindrucksvoll, welche erhöhten Gefahren davon ausgehen, die mehr als nur das eine Zimmer und Leben vernichten können. Wie leicht und oft verlässt man für vermeintlich „nur“ eine Minute ein Zimmer, um etwas zu holen, zu telefonieren, zur Nachbarin zu gehen oder in den Keller?

Bedenkt man, wie lange es dauert, von Rauch, Brandgeruch oder etwaigem Brandmelder überhaupt erst aus dem Schlaf wach zu werden (wenn man nicht im Schlaf bereits an der Rauchvergiftung erstickt), selbst dann aus einer Wohnung noch fliehen zu können und erst recht Familie und andere Bewohner in Sicherheit zu bringen oder gar die Feuerwehr rufen zu können und bis diese eintrifft, wird offenkundig, wie viel in 1 Minute Unaufmerksamkeit oder Abwesenheit aus dem Raum Feuer vernichtende Folgen zeitigt, auch heute noch.

So traumhaft stimmungsvoll Christbäume mit echten Kerzen aussehen, die schöneren Kindheitsträume mögen die Kinderträume sein, die für Kinder an Weihnachten und unter dem Weihnachtsbaum mit dem sehnsüchtig erwünschtem Spielzeug-Feuerwehrauto und Spiel und Spass in Erfüllung gehen.

Das Werdenfels Museum erinnert mit einer am Nikolaustag anlässlich des 150. Jahrestages des sog. „Nikolausfeuers“ interessanten Ausstellung an die bislang größte Brandkatastrophe im Werdenfelser Land: das Feuer von 1865, bei welchem nahezu der gesamte Partenkirchner Obermarkt  ein raub der Flammen wurde.

Werdenfels- Museum Garmisch Partenkirchen 2015

Ein kleines Versehen beim Abfüllen eines Strohsacks zu nah an einer brennenden Kerze in einem Bauernhaus hatte am Nikolaus-Vorabend 1865  die größte Feuerkatastrophe ausgelöst, welche sich jemals im Werdenfelser Land ereignete. Binnen weniger Stunden gingen der gesamte Partenkirchner Obermarkt mit 67 Häusern samt Kirche, Rathaus und Armenhaus in Flammen unter.

Erhalten blieb nur das Simon’sche Haus, in dem sich heute das Werdenfels Museum befindet. Das damalige Kaufmannsgebäude war im Gegensatz zu den vielen hölzernen Bauernhäusern gemauert, hatte eiserne Fensterläden und sein Inhaber engagierte Leute, die halfen, von der umgebenden Hitze zum Schwelen gebrachte Balken zu löschen.

Exponate für die Ausstellung zu finden war nicht leicht, denn es gab nur wenige Aufzeichnungen über das Feuer. So zeigt die Sonderausstellung nun 60 Gegenstände, darunter zwei alte handbetätigte Feuerspritzen, eine uralte Schlauchhaspel, eine Feuerwehr-Signaltrompete, Ausrüstungsgegenstände einstiger Wehrmänner. Ausserdem einen ledernen Wasser-Löschbehälter, den seinerzeit jedes Haus haben musste. Das einzige Foto, das nach dem Brand von der Kirchenruine gefertigt wurde, und ein Glockenschwengel runden die Ausstellung ab. Letzterer war beim Kirchturmeinsturz nach unten gefallen und so im Gegensatz zu den Glocken, die vor Hitze schmolzen, erhalten geblieben.

Sonderausstellung:
„Feuer! in Partenkirchen – der große Marktbrand von 1865“
6. Dezember 2015 bis 10. Januar 2016

Hier können Sie den Flyer zur Sonderausstellung „Feuer!“ downloaden.

Werdenfels-Museum

Ludwigstr. 47
82467 Garmisch-Partenkirchen
Tel.: (08821) 751710
Fax: (08821) 751719
info@werdenfels-museum.de

Öffnungszeiten:

Dienstag-Sonntag:
10 – 17 Uhr
Führungen nach Vereinbarung

Eintrittspreise:
Erwachsene  2,50 €

Erwachsene ermäßigt   2,00 €
(Kreisangehörige, mit Kurkarte, Behinderte)     
Kinder ab 6 Jahre  0,50 €

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2 Antworten zu “Sonderausstellung „Feuer! in Partenkirchen – der große Marktbrand von 1865“

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