SoSo’s {Was das Lizerl an SOnntagen SO macht}

Licht, Kerzenlicht, espressotasse, Keramik, Keramikleuchter, Keramikkerzenhalter, Kerzenhalter aus Keramik, Tasse, © Liz Collet

Gemütliche Stimmung in der kleinen Lindenburg © Liz Collet

Und für Sie nicht unbedingt zur Nachahmung zu empfehlen ist.

Was das Lizerl an SOnntagen SO macht? Meist jede Menge. Das geht einem manchmal aus Gründen der eigenen erlebten Erziehung so in Fleisch und Blut über. Und hat auch durchaus einige Vorteile. Vor allem, wenn man selbständig oder freiberuflich tätig ist und nicht zu denen gehört, die man zur Arbeit tragen oder treiben oder antreiben muss oder die vor 9 Uhr nicht und auch dann nicht richtig in die Gänge kommen. Arbeit bleibt da nicht liegen. Und eh gibt es bei Selbständigen sowas wie Sonntage oder Wochenenden nicht zu 100%, also nicht 48 Stunden. Das überträgt sich dann wiederum auch für die Dinge, die einem rund um die Arbeit und ausserhalb selbiger von der Hand gehen sollen. Man macht sie einfach wie nebenbei und ohne sie als Arbeit zu empfinden. Es gibt immer irgendwas zu tun.

Während manche – besonders an nieselig-nebeligen Sonntagen wie dem heutigen – knurrig und grummig über das sind, weil das Wetter ihnen vermeintlich alles verregne, was sie gern draussen gemacht hätten und Langeweile spüren, die sie noch miesepetriger macht, ist mir Langeweile immer schon fremd gewesen. Bei uns sagt man auch „Zeitlang haben“…. was noch bisserl besser ausdrückt, wo bei denen, die Langeweile beklagen, der Schuh drückt: Sie haben zu viel Zeit und zu wenig Ideen und Fantasie, wie sie diese füllen wollen. Wobei – um nicht missverstanden zu werden – für mich „die Zeit füllen“ nicht zwangsläufig bedeuten muss, sie unbedingt mit Tätigkeiten füllen zu müssen, mit Aktivitäten. Mancher hält es ja heutzutage kaum noch aus, mal gar nichts zu tun, nicht alle paar Minuten einen Blick auf’s Smartphone zu werfen oder im Netz und bei fb & Co online zu sein. So wie manche Menschen nicht aushalten, mal länger als ein paar Minuten nicht miteinander zu reden und zu quasseln, nur weil man in einem Zimmer miteinander ist oder gemeinsam unterwegs. Loriot hat das wunderbar inszeniert mit seinen Knollenmantschgerln beim „Feierabend“, der ebenso gut für Sonntage oder Wochenenden stehen kann.

Es hat auch ein bisserl mit der Geduld zu tun. Geduld ist ohnehin eine schwierige Aufgabe geworden, wenn man allein betrachtet, wie wenig Geduld der moderne homo sapiens noch aufbringt, wenn er mehr als die Aufmerksamkeitsspanne von 140 Twitterzeichen haben soll, geschweige denn einen Link anklicken und (horribilis!) den dort zu findenden Text auch noch lesen. GANZ lesen. LESEN. Nicht nur überfliegen. Nicht nur mit den Augen überfliegen ohne Beteiligung einiger Hirnzellen, die erfassen und womöglich noch darüber nachdenken, was ihnen da mit ein paar sortierten Buchstaben an Futter für das Hirn und eigenes Denken serviert wird. Harte Kost. Zu harte Kost. Merkt man immer dann, wenn Menschen unter Links bei fb & Co. völlig an dem Inhalt der verlinkten Textes und Artikels vorbeireden oder Fragen stellen, die der Beitrag behandelt und beantwortet.

Zeit zu haben, sich Zeit zu lassen, sich Zeit zu nehmen und Zeit auszuhalten – eine nicht auszuhaltende und zu meisternde Hürde für viele geworden. Erst recht süsses Nichtstun.

Langeweile, nicht zu wissen, was sie tun können, ist für viele un.er.träg.lich.

Tatsächlich ist Nichtstun ohnehin nie wirklich Nichtstun. Neurobiologen und Hirnforscher wissen das schon lange, es sollte sich nur auch mal bei anderen vielleicht herumsprechen. Jörg Steinleitner hat es für sich bei der Beobachtung der Ameisen entdeckt und für Sie hier amüsant geschildert. Was Nichtstun in Wahrheit ist. Und warum es seine Berechtigung hat. Bei den Ameisen. Und nicht nur bei diesen.

Für mich wurde die Fotografie sowas wie das süsse Nichtstun. Obwohl ich bereits beim Gemüseschnibbeln, Fensterputzen, Bügeln, Backen und Kochen und Geschirrspülen wunderbar entspanne und die Ideen und kreativen Gedankenhüpfer in die Gänge dabei kamen und kommen.Ich habe schon halbe Manuskripte und andere Texte beim Kuchenbacken im Kopf entworfen und dann aufgeschrieben, wenn der Teig in der Backform im Ofen war und sich von selbst zu Ende backen konnte. Während die Finger über die Tastatur sausten. Und in Textform brachten, was kreativ bereits entstand, während der Kuchenteig in die Backform gebracht worden war. Langeweile, Zeitlang, Leerzeiten kurbeln die Kreativität an. Selbst „Scheinleerzeiten“, während man (scheinbar) Banales tut. Wie aus dem Fenster guggen und den Blättern beim Rotwerden und Herbstln zuzuschauen.

Weil aber – wie gesagt – einem manches in Fleisch und Blut übergeht bei der Erziehung wie eben Sätze der Art „Siehst Du keine Arbeit, hast Du nichts Sinnvolles zu tun?“, traf es sich glücklich, dass vor rund 12 Jahren nicht nur PR-Agenturen bei Kongressveranstaltungen die in meinen Vorträgen verwendeten Fotos haben wollten, die ich ihnen gar nicht verkaufen wollte (weil sie mir gar nicht gut genug dafür erschienen, damit Geld verdienen und dafür verlangen zu können), sondern dafür zahlten und noch mehr Fotos verlangten. Immer wieder. Und immer wieder. Und mich immer wieder mit Geld dazu überredeten. Wenn man Geld für etwas, was man tut bekommt, ist das Arbeit. Und nicht Nichtstun.

Damit können Wesen leben, denen ein „Hast Du nichts Sinnvolleres als den Quatsch zu tun, siehst Du keine Arbeit!“ dauerhaft implementiert und frühkonditioniert im Hinterkopf und in allen Fasern steckt. Und ein schlechtes Gewissen als Gewissenswürmel in jeder Fasern knabbern lassen würde, ob sie wirklich nichts Besseres als knipsen zu tun hätten.

So unromantisch kommen manche Menschen zur Fotografie als nicht nur zeitfressendes Hobby. Sondern als Tätigkeit, die mit Fressies, pardon: mit Food sich selbst zu refinanzieren und zu ernähren beginnt. Und schwubbs…. einmal nicht aufgepasst, schon haben Sie einen weitere berufliche Tätigkeit.

Und so kommen Sie dann dazu, dass Sie  auch sonntags immer was zu tun haben, wenn Sie den Fehler machen, mal einfach so nichts zu tun, eine Kamera zur Hand zu nehmen…..

Wenn Sie dann noch so gestrickt sind, wie kleine Lizerl, dann kommt es Ihnen noch nicht einmal wie Arbeit vor, wovor andere sich lustlos lieber drücken würden, die – wäre das Wetter nicht so regnerisch und nieselig, dass mancher zu nix mehr Lust hat – so gar nicht recht wissen, was sie mit der Langeweile und der Lustlosigkeit anfangen sollen.

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Radieschen © Liz Collet

Dann schaut das sonntags wie heute zB so aus, dass erst mal vom Bund Radieserl die Radieserl in Radieschenblättersuppe verzaubert werden.

Und dann ein knappes 2 Pfund-Kugerl Wirsing für TK-Portionen (aus denen später Wirsingtartes und -quiches, Wirsingfleckerl und -suppe werden dürfen) und Wirsingrouladen blanchiert und verwurschtl werden. Was dazu führt, dass Veganer und Vegetarier  bei besagtem Verwurschtln jetzt Schnappatmung kriegen. Aber – hey! – meine Arbeit, meine Gaudi. Und ein bissl Spass  beim Gmiasputzen darf sein.

Derweil darf das Bratl im Ofen mit kloane Kartoffeln im eigenen Saft mit Wurzelgmias schmurgeln.

Und dann geht es weiter: Den Mürbteig richten und ruhen lassen, der später für ein paar Foodfotos für’s herbstliche und adventliche Buttergebäck gebraucht wird. Und von dem ganz nebenbei ein Teil der Teigmenge in romantische Verwicklungen mit Blätterteig geraten soll und ein anderer mit einem süss-saurem Apfel eine zart-zimtige Verbindung eingehen darf.

Zitrone © Liz Collet

Zitrone © Liz Collet

Weil’s eh schon rund geht, gilt das auch für die sich rundum lustig drehende Zitruspresse. Die man Folterarbeiten an einem halben Dutzend Zitronen jenseits der UN-Zitronenrechtskonvention verrichten lassen kann, um auch noch das letzte Lackerl Zitronensaft in Eiswürfelbeutel zu füllen.

Mandel-Rosinen-Gebäck mit Vanillecremefüllung © Liz Collet

Mandel-Rosinen-Gebäck © Liz Collet

Für die Teekannen-Genuss-Stünderln und alle anderen Zitrussaftlbedürfnisse. Und um dem Schwund an Lebensmitteln vorzubeugen, den Sie vielleicht auch immer mal wieder kennenlernen, wenn sie ein Netz Zitronen kaufen mit 3 oder 4 Stück darin und alle sehen noch beim Einkauf prima aus, aber 1 oder 2 Tage danach fängt eine unerfindlicherweise davon zu schimmeln an und verteuert dann den Kaufpreis durch den unverwertbaren Schwund von 25 bis 33,33 % um eben diesen Prozentsatz. Die frisch gepressten Früchterl hingegen sind eingefroren im Nu bei Bedarf und vollaromatisch verwendbar und sind eines der banalen kleinen Beispiele gegen Lebensmittelverschwendung. Und Geldverschwendung. Denn bei einem Kaufpreis von durchschnittlich 1,80 Euro für 4 Zitronen pro Woche und damit zB 93,60 Euro per anno sind selbst „nur“ 25% Verlust durch verdorbene Zitrone ein Gegenwert von 23,40 Euro. Für die man umgerechnet mindestens 2 Kinokarten, zwei Taschenbücher, beinahe ein Regional-Bayern-Bahn-Ticket kaufen kann oder …..na, Ihnen fällt da sicher jede Menge anderes ein.

Regensonntage haben was für sich.

Und praktischerweise nachmittags trotzdem immer noch genug Platz in den verfügbaren Stunden für eine Runde Frischluftvergiftung und bissl Schreibtischwerkelei.

Für das, was der Freiberufler und Selbständige so für die kommende Woche wie gewohnt vorbereitet und erledigt und wofür die telefonfreien Stunden eines Sonntages, wie auch die Early Bird Hours frühmorgens immer besonders gut geeignet sind.

Wenn nicht gerade um 04:30 Uhr der erste Besuch aus der Nachbarschaft schon auf dem Geländer der kleinen Lindenburg sitzend wartet, bis sich die Balkontüren öffnen und kleine Lizchen während des Frühmorgen-Espressos Zeit für sie und erste sportliche Übungen finden. Sowas kommt vor. Und bei samtpfötigen Besuchern wird das sogar sehr gern gesehen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

So werden auch heute wieder einige Stunden Werkelarbeit für die Beiträge im juristischen Blog vorbereitet. Und für den Schmankerlblog. Und für Lizchens Büchersofa im Blauen Land. Und die Suppenküche. Und für ein paar Kapitel Manuskriptarbeit. Und………..

….und spätestens jetzt wissen Sie, was ich meinte, als ich eingangs sagte: Was nicht unbedingt zur Nachahmung zu empfehlen ist.

Selbst wenn ich das durchaus gern tue. Sonst täte ich es ja nicht. Und erst recht bei einer Kanne Tee mit …. siehe oben…. Zitronensaft im aromatischen dunklen Tee aus der Teedose. Und einer Mini-Apfel-Tarte mit karamellisierten Mandeln und süssem Duft von Zimt und Vanille.

Während Sie vielleicht heute einfach mal die Fünfe grade sein lassen.

Oder beim Weltmusikfestvial grenzenlos 2015  unterwegs sind.

Oder den regnerischen Tag nutzen, um mal im Schlossmueseum in Murnau vorbeizuschauen, wo seit wenigen Tagen mit einem wunderschönen Hinterglasbild ein neues Schmuckstück in den Ausstellungsstücken zu sehen ist. Die Hinterglasausstellung im Schlossmuseum Murnau ist ohnehin immer einen Besuch wert. Nähere Informationen erhalten Sie auf der Website des Schloßmuseums Murnau.

Bei der Gelegenheit sei bereits jetzt auch auf eine Veranstaltung aus der Reihe „Literatur im Schloss“ hingewiesen, diesmal mit Anatol Regnier: „Wir Nachgeborenen – Kinder berühmter Eltern“, für die Sie sich noch Karten vielleicht im Vorverkauf sichern wollen:

Donnerstag, 22.10.2015, 20 Uhr, Eintritt: 16 €

Wie gehen Töchter und Söhne mit einem Erbe um, das ihnen eine Ausnahmeposition zuweist, die nicht die eigene ist? In seinem neuen Buch erzählt der Autor und Musiker Anatol Regnier die Geschichten von Freundinnen und Weggefährten, die, wie er selbst, als Kinder berühmter Eltern ihren Weg finden mussten und zu den unterschiedlichsten Ergebnissen gelangt sind. Er gewährt amüsante und tragische Einblicke in eine Vielzahl von Schicksalen und in den eigenen, verschlungenen Lebensweg. Die Gitarre, der er auch nach seinem Erfolg als Autor treu geblieben ist, begleitet ihn bei seinen Lesungen.  Vorverkauf: Schloßmuseum Murnau, Buchhandlung Gattner, München Ticket

Heute könnten Sie auch die Regenlaune des Sonntages nutzen für einen kleinen Ausflug in die Isarmetropole und in die Ausstellung im Lenbachhaus, die sich mit der Konkurrenz und Freundschaft der beiden Künstler Klee und Kandinsky widmet und bis 24. Januar eine sehenswerte Werkschau zeigt, über die Sie hier auch mehr lesen und sehen können.

Oder zum Kirchweihganserl oder einem anderen vogelwuidn Essen zum Griesbräu gehen.

Einen schönen Sonntag Ihnen allen!

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