Vor 50 Jahren: Grundsteinlegung für den Münchner Fernsehturm

Fernsehturm © Liz Collet, München, Münchner Fernsehturm, Fernsehturm in München, Münchner Olympiaturm, Olympiaturm, Sehenswürdigkeit, Olympiapark, Grundsteinlegung, 50 Jahre Fernsehturm, 50 Jahre Münchner Fernsehturm

Fernsehturm © Liz Collet

Für mich ist er der schönste der Fernsehtürme und für mich heisst er auch heute noch Fernsehturm, denn als solcher wurde er „geboren“, als vor 50 Jahren der Grundstein für ihn gelegt wurde. Und als 1965 noch nicht einmal absehbar war, dass 1972 die Münchner Olympiaspiele dort stattfinden und er dann Teil des Olympiaparks werden würde. Erst der späteren Münchner Olympiaspiele wegen erhielt er nachher den Namen Münchner Olympiaturm.

Er ist eines von zwei vorolympischen Bauwerken, die zum heutigen Münchner Olympiapark gehören.

Das andere ist das Eisstadion am Oberwiesenfeld. Es wurde vor der Vergabe der Olympischen Sommerspiele 1972 nach München im April 1965 nach Plänen von Rolf Schütze begonnen und im Jahr 1967 fertiggestellt. Im ursprünglichen Nutzungskonzept war neben den Eissportarten – wie zum Beispiel Eishockey, Eisstock und Eiskunstlauf – auch eine Nutzung für andere Sportarten wie Handball, Basketball oder Tischtennis vorgesehen.

Der fortschreitende Ausbau des Fernmeldenetzes in München und die verbesserungswürdige Sendeleistung der Rundfunk- und Fernsehprogramme waren Anlass gewesen, eine Fernmeldeturm zu bauen. Der Standort Oberwiesenfeld war mit seiner Nähe zum Zentrum und weil hier ein Entwicklungsgebiet vorlag gewählt worden. Mit Beschluss des Münchner Stadtrates vom 29. Januar 1964 war die Grundlage für die geplante Errichtung des Fernsehturms gemeinsam mit der damals noch  Deutschen Bundespost geschaffen. Hierzu erfolgte auch die Gründung der Münchner Sportpark GmbH als Bauträgergesellschaft.  

Wegen unterschiedlicher Auffassungen der Deutschen Bundespost als Bauträgerin und der Landeshauptstadt München auf ein einheitliches Konzept zur Turmgestaltung wurden zwei Turmkanzeln, die „Körbe“  geschaffen, von denen die untere Kanzel die erforderlichen Fernmeldeeinrichtungen tragen und  die obere  eine Aussichtsplattform und das Drehrestaurant mit 230 Plätzen in 181 Metern Höhe erhielten.

Noch während der Bauzeit vergab am 26. April 1966 das Internationale Olympische Komitee die Olympischen Sommerspiele 1972 nach München. Daraufhin wurde der bereits in Bau befindliche Turm nachträglich in das Konzept der „Olympischen Spiele im Grünen“ integriert und zum Wahrzeichen des Olympiaparks gewählt.

Er sollte auch den Technikoptimismus und Pressefreiheit symbolisieren und das Konzept der an den Idealen der Demokratie orientierten Spiele unterstreichen. Seine Inbetriebnahme löste den Fernmeldeturm der Oberpostdirektion München als Grundnetzsender ab. Einige seiner Richtfunkeinrichtungen wurden zu den Olympischen Spielen am Olympiaturm installiert, um Fernseh- und Fernsprechverbindungen in Richtung Frankfurt, Nürnberg, Salzburg und für Italien zur Zugspitze herzustellen.

Seit meinem 4. Lebensjahr (als wir von Schwabing in eine Neubauwohnung nördlich vom Olympiapark umgezogen waren) sah ich ihn zwischen zwei Wohnhäusern aus unserem Kinderzimmerfenster täglich. Später dann – wenn ich mit dem Bus und der U-Bahn zum WGG am Scheidplatz zum Gymnasium fuhr – auch täglich auf dem Schulweg noch näher. Und hin und wieder war auch eine Fahrt hinauf zur Besucherplattform drin.

Fernsehturm © Liz Collet, München, Münchner Fernsehturm, Fernsehturm in München, Münchner Olympiaturm, Olympiaturm, Sehenswürdigkeit, Olympiapark, Grundsteinlegung, 50 Jahre Fernsehturm, 50 Jahre Münchner Fernsehturm

Fernsehturm © Liz Collet

Diese Postkarte liebe ich sehr: Meine Mama hat sie  an meine in Schongau lebenden Grosseltern adressiert.

„Viele liebe Grüße aus luftiger Höhe. (….) „

Wir waren als Familie zu viert – und wie der weitere Postkartentext verrät – zusammen mit meinem Münchner Opa auf dem Fernsehturm gewesen. Offenbar nicht bei allerbester Bergsicht.

„Konnte Schongau nicht sehen, aber Gedanken gehen durch dicksten Dunst.“

Auch vom Aussichtskorb (von 174 m bis 192 m Höhe) kann und konnte man nicht immer alles sehen, was bei Föhnwetterlage traumhafte Aussichten ermöglicht, auch wenn man von meiner Isarmetropole und sogar von dem bereits erwähnten Kinderzimmerfenster bei gutem Wetter nicht nur den Fernsehturm, die damals noch unweit davon stehenden beiden Gaskessel, sondern auch die Zugspitze und einen Teil der Bergkette daneben sehen konnte.

Wie man lesen kann, wurde die Karte am 16.7.1968 abgestempelt und erreichte – wie die Handschrift meiner Grossmutter mit dem Posteingangsvermerk verrät – meine Großeltern tags darauf am 17.7.1968. Das war also rund 5 Monate nach der Eröffnung des Fernsehturms, die am 22. Februar 1968 offiziell erfolgt war. 20 Pfennig kostete die Briefmarke auf der Postkarte.

2,50 DM steht als Preis auf der Eintrittskarte, welche meine Grossmutter bei ihrem Besuch Ostern 1969 selbst genutzt hatte und dann auf diese Postkarte geklebt hatte. Ihr handschriftlich notierter Eintrittspreis, den sie mit 2 DM vermerkt hatte, muss ein Sonderpreis sein, der für sie galt. Aus den heute geltenden Preisen und Preiskategorien kann ich ihn, bzw den günstigeren Preis nicht mehr nachvollziehen und Rentnerin war sie vom Alter her zu jenem Zeitpunkt noch nicht.

Fernsehturm © Liz Collet, München, Münchner Fernsehturm, Fernsehturm in München, Münchner Olympiaturm, Olympiaturm, Sehenswürdigkeit, Olympiapark, Grundsteinlegung, 50 Jahre Fernsehturm, 50 Jahre Münchner Fernsehturm

Fernsehturm © Liz Collet

Der BR würdigt die Grundsteinlegung 1965 – Der Fernsehturm in München HIER mit einem rund 3-minütigen Audio-Beitrag und HIER mit einer kleinen Bilderserie

Und einen ganz anderen Blick – hinter die Kulissen des Fernsehturms – erhalten Sie in DIESEM knapp 5-minütigem Video-Beitrag des BR.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s