Lizerl’s Schmankerlburger vom Werdenfelser Rind

Lizerl's Schmankerlburger vom Werdenfelser Rind © Liz Collet

Lizerl’s Schmankerlburger vom Werdenfelser Rind © Liz Collet

Burger sind das kleine Einmaleins als Mutter eines Sohnes. Als Mutter von mehreren natürlich erst recht. Und um keine Irrtümer aufkommen zu lassen: Burger sind für kleine Lizchen schon zu eigenen Schulzeiten auf der Schmankerlliste gestanden. Das ist keine geschlechterspezifische Frage. Und wenn Vätertöchter einen Vater mit Passion für Fleischpflanzerl oder gute Burger haben, dann lernen sie auch, wie man diese nicht nur in der Pfanne brät, sondern auch grillt.

Und Burger lernte man als Münchner und bajuwarisches Kindl eh weder erst beim Fast Food Dealer kennen, noch war man auf diesen angewiesen. Burger sind nur ein anderer Name für eine weiter als nur ellenbogenlang reichende Liste von Schmankerlburgern, die es schon lange vor der pappigen Fastfoodsemmel mit bisserl Rindfleisch drin gab. Nur hatten die eben andere Namen und schmecken zigfach besser.

Lizerl's Schmankerlburger vom Werdenfelser Rind © Liz Collet

Lizerl’s Schmankerlburger vom Werdenfelser Rind © Liz Collet

Leberkäsesemmeln, Fleischpflanzerlsemmeln, Bratwurstsemmeln sind nur drei der Klassiker, bei denen ein echtes bayerisches Kindl ganz genau weiss, wo es die besten gibt, ob es einen Senf und wenn, dann einen süßen oder scharfen Senf dazu mag und ab welcher Uhrzeit es bei welchem Metzger die ersten frischen des Tages gibt. Wer das nicht weiss, ist nicht wirklich überlebensfähig.

Lizerl's Schmankerlburger vom Werdenfelser Rind © Liz Collet

Lizerl’s Schmankerlburger vom Werdenfelser Rind © Liz Collet

Schinken- , Schnitzel- und Salamisemmeln sind zweite Garnitur, aber was die Qualität angeht, gilt nix anderes als bei den drei Klassikern.
Fischsemmeln und Steckerlfischsemmeln, Ochsenfetzensemmeln mit Ochsenfleisch vom Spiess sind Klassiker zur Wiesnzeit.
Und durch’s Jahr gehört eine Semmel mit Allgäuer Emmentaler oder einem anderen Bergkäse zu den Spezialitäten, bei denen die Finessen bei der richtigen Semmelwahl anfangen, über den besten Käse und wo man ihn bekommt weitergehen und die Frage, ob man Radieserl, Schnittlauch, Gurke oder Tomate darauf mag zum Feinschmeckerl macht.

Lizerl's Schmankerlburger vom Werdenfelser Rind © Liz Collet

Lizerl’s Schmankerlburger vom Werdenfelser Rind © Liz Collet

Wer sich bei diesen Basics fachkundig und lang genug getummelt und mit Genuss genascht hat, kann gar nicht anders, als nach und nach quer durch die bajuwarischen und Altmünchner Schmankerl die Zutaten für ungezählte weitere Schmankerlbrotzeiten aka neudeutsch: Schmankerlburger weiter zu machen. Nicht nur gibt es dafür genug Semmelsorten zur Auswahl, die geradezu danach lechzen, sich den fleischlichen und Wurstgelüsten zu öffnen und ihnen einen Platz zu bieten, sondern auch bei den rund 400 Käsesorten allein aus Bayern den Fast Food Burgern zu zeigen, wo das wahre Genusslevel wirklich beginnt.

Bevor wir uns aber der „Füllung“ widmen – die Semmeln sind das A und O für einen genussreichen Schmankerlburger. Sie werden bei mir eine gewisse Vorliebe für Brezenmuggerl neben der Passion für Brezen, Brezenstangerl und -Zopferl nicht übersehen können. Beim Laugengebäck bin ich eigen. Und frühkonditioniert. Schon gleich nach meiner frühkindlichen Verschleppung aus dem Pfaffenwinkel, wo meine Wiege stand, mitten hinein nach Schwabing fand ich rund um die Wohnung in der Isabellastrasse und zwischen Hohenzollern-, Kurfürsten-, Belgrad- und Elisabethstrasse und unweit des Elisabethmarkts bereits die ersten Schmankerlecken, bei denen ich zwischen meinem 2. und 4. Lebensjahr regelmässig mit einem kleinen Einkaufskörbchen Milch, Semmeln, Brezen und Gelbwurst oder Wiener besorgte. Mal an mütterlicher Hand, mal unter mütterlichem Blick, der mich die Entfernung zweier Hauseingänge im Auge behielt, wenn ich zum Metzger oder zum Milchladen auf kurzen Beinen marschierte oder zum Bäcker an der Ecke.

Wie ich meine Brezen am liebsten gebacken haben mag, wusste ich da schon und so ruhig und schüchtern ich noch bis weit in die Schulzeit hinein sonst war – beim Einkauf wusste ich genau, was ich wollte. Und sorgte auch dafür, dass ich es bekam. Auch wenn der eine oder andere gestandene Metzger das erst lernen musste, dass auch 10-jährige Kundinnen sich genau ansehen, was er ihnen einpackt. Nicht nur bei der Gelbwurst.

Aber jede spätere Gelbwurst musste sich an der des damaligen Schwabinger Metzgers an der Ecke Isabellastrasse/Hohenzollernstrasse messen können. 

Es ist mitnichten wurscht, was bei den Semmeln und Brezen in die Tüte und noch weniger wurscht, was zwischen die Semmelhälften auf dieselben an Wurst oder Fleisch kommt.

Gschmackige weiss-rot gelegte Pressack-Burger, knusprige Remische mit gebratener Milzwurst, rösche Roggenlaiberl mit gebratener (panierter oder nicht) Gelbwurst mit oder ohne (Petersilie), „Würzburger Sonnenlage“ für eine Schmankerldelikatesse in Schwartenmagen mit Kernigem von der Sonnenblume sind nur einige wenige Beispiele für die Vielzahl von Schmankerlburgern, die im Laufe der Jahre das Licht der Welt in Lizerls kleiner Burgküche erblickten. Und später auch peu à peu ins Licht vor der Kamera gerückt wurden und werden.

Wenn dann  in diese bajuwarische Lebens- und Genusslust hinein auch noch die Spuren der Vorfahren eine Rolle spielen, die – wie meine Großmutter – nicht nur aus München, sondern mit der Familie meines Großvaters auch aus der Pfalz, dem Elsaß und Frankreich nach München und von dort später in den Pfaffenwinkel kamen, dann ist der kreativen Fantasie und kulinarischen Schmankerlleidenschaft in Genen wie Erziehung in der Küche und bei Lebensmitteln und Rezepten keine Grenze gesetzt.

Und doch – und auch wenn mein Großvater gern für gute Lebensmittel über Land fuhr – liebten sie vor allem die Dinge, welche man heute als „saisonal“ und „regional“ wieder hochlobt. Daß dann unter meinen Schmankerlburgern das Werdenfelser Rind mindestens einen Platz bekommen muß, versteht sich von selbst.

Pur zum „Pflanzerl“ geformt, nur mit Salz und Pfeffer gewürzt und in wenig Öl, Butterschmalz oder Butter in der Pfanne gebraten ist das Hackfleisch vom Werdenfelser Rind Delikatesse pur. Auf Brezenmuggerl mit Salat, Gurke, Tomate, Zwiebel, Klecks Dijon Senf und Crème fraîche – eh voilà!

Bei 400 g Fleisch können Sie mit den kleineren Brezenmuggerln aus dem Brezenring 8 Schmankerl-Burger auftischen oder auf normal grossen Laugensemmeln 4 Burger, die – für meinen persönlichen Gusto – besser portioniert sind, als dicke Brummer von Burgern, bei denen Sie eine „Maulsperre“ riskieren, wenn Sie davon abbeissen wollen oder von denen Ihnen die Hälfte der Füllung aus den pappigen Semmeln fällt. Oder die Sie nur auf einem Teller serviert bekommen und nur von solchem essen könnten. Aber das mag Geschmacksache sein. Ebenso wie die optische Ästhetik von Menschen, die in Brummer-Burger zu beissen versuchen und die neben einem unschön weit aufgerissenem Mundwerk dennoch Kleckermäuler, statt Schleckermäuler als Anblick für andere sind. Und wer von einem der kleineren Schmankerlburger nicht satt ist, schnappt sich halt einen zweiten ……oder auch (wenn er’s schafft) einen dritten.

Bon appetit – lassen Sie sich nur etwas GUTES schmecken!

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2 Antworten zu “Lizerl’s Schmankerlburger vom Werdenfelser Rind

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