Marktschnabeln und Marktgeschnatter

Rathaus© Liz Collet

Rathaus © Liz Collet

Was sich so tut, am Markt? Womit diesmal – ausnahmsweise mal – nicht der kulinarische Markt gemeint ist. Sondern der Markt Murnau. Das ist grad dieser Tage so einiges.

Manch einer fragt sich nicht nur, ob sie womöglich, wirklich und wahrhaftig überhaupt und jetzt so schnell den Eigentümer gewechselt habe, nachdem und seit ich hier den Blick darauf lenkte, was für ein hübsches Schmankerl mit feinen Aussichten man sich da leisten könnte, wenn man sie sich leisten könnte, der sie hier nun nicht mehr entdecken kann.

1.

Es rührte sich was…….mit den Schellenrührern und Faschingsgaudi

Die Schellenrührer waren mit viel Schellen (an interessanten Stellen, in jeder – sic!- Hinsicht) und  rührig unterwegs und haben viel Gaudi für die Grossen und Kleinen in Murnau geliefert. Die schönsten Bilder und Augen-Blicke dazu liefert wie bei so vielen anderen Gelegenheiten der Kolb Christian, bei dem man sie in seiner Bilderschau  zu sehen bekommt bei ihrem Unzug durch Murnau’s Markt und wie sie beim Karg, beim Griesbräu und in der Burgklause unterwegs sind, bis nach Einbruch der Dunkelheit auch die letzten Geistern gleichenden mehr oder weniger wilden Hexen– und anderen Wesen auf oder mit oder ohne Besen, die eine Schau für sich sind, wieder den Heimritt, pardon: Heimweg suchten und fanden. Letzteres dürfen wir ruhigen Gewissens annehmen, Polizeieinsatzberichte lassen Gegenteiliges sowenig befürchten, wie die ruhigen Gassen im Blauen Land, in denen keiner liegenblieb.

In Seehausen hat man zum Fasching mittelalterliches Treiben erleben können und in Ohlstadt einen Gaudiwurm, um den sich stattliche 5000 Besucher geschart haben sollen. Ein paar mehr werden beim G7 -Gipfel in Elmau erwartet, der nicht nur Region und Jahr schon seit Monaten beschäftigt und auch manche Gegner auf den Plan ruft, die schon jetzt nicht genug Raum für sich dort sehen, sondern auch die Faschingsthemen.

2.

Am Obermarkt werden die letzten Hendl werden , denn der Grill-Shop – seit etwa 45 Jahren für manche eine kleine Institution – schliesst in diesem Jahr. Wann genau steht zwar noch nicht ganz fest, aber 2015 werde in jedem Fall Schluss sein. Kati Martin (60) betrieb zuletzt 14 Jahre das Restaurant, ihren Laden im Retro-Look gehaltenen Gastronomiebetrieb mit der kleinen Sonnenterrasse und manche Buben und Mädchen, die in der Marktgemeinde zur Schule gehen, haben sich hier schon ihr Mittagessen gekauft.

3.

Die Gemeindewerke sind in diesem und nächstem Jahr mit der längst überfälligen Sanierung ihres Gebäudes gefordert, das nicht mehr den Ansprüchen genüge, die heutzutage an eine moderne Verwaltung als Erwartung gestellt werden.

Gemeindewerke Murnau © Liz Collet

Gemeindewerke Murnau © Liz Collet

Mit geplanten 550 000 Euro für das Projekt nach Informationen aus der Sitzung des Werkausschusses sollen einige Maßnahmen in Angriff genommen werden für das aus dem 18. Jahrhundert stammende Gebäude, das 1952 von der Gemeinde erworben worden war und zuvor für eine Wirtschaft (Wartaweil) und auch Wohnungen genutzt und im Lauf der Zeit umgebaut worden war. Nun braucht es ein neues Treppenhaus, den barrierefreien Ausbau des Erdgeschosses inklusive Einbau eines Behinderten-WCs und die Erneuerung der Toiletten mit Trennung in Damen- und Herren-WC. Zudem einen Besprechungsraum, ein Zimmer für den Server sowie Büroräume für die Werkleitung.  Die manchem vielleicht banal scheinenden Maßnahmen haben guten Grund, wie das Beispiel der Treppe zeigt, die täglich vielgenutzt, jedoch sehr steil ist und nicht mehr den  Sicherheitsstandards der Berufsgenossenschaft entspricht und bereits bemängelt wurde. Der bislang fehlende Besprechungsraum muss durch Nutzung des Aufenthaltsraums der Mitarbeiter ersetzt werden, in dem aber Internetanschluss und Telefon fehlen. Im gesamten Haus vorhandene unterschiedliche Höhenversätze sind ein weiteres Problem. Der innere Zugang zur Technik weist etwa auf drei Metern Länge vier Absätze auf – eine große Stolpergefahr. Umstrukturieren, Büroräume schaffen,ist das Ziel. Wände und Decken sollen entfernt sowie im Westen und Osten Glasanbauten realisiert und auch Voraussetzungen für einen Aufzug geschaffen werden. Die Gemeindewerke profitieren dabei auch vom Vorteil, einige Arbeiten in Eigenregie stemmen zu können, wie „Heizung, Sanitär und das Elektrische“.

4.

Seit einigen Tagen ist es „amtlich“: Murnau darf sich Fairtrade-Gemeinde nennen. 

Nachdem genügend Geschäfte und Institutionen zum Mitmachen bewegt werden konnten, um die Bedingungen für die Auszeichnung zu erfüllen, soll nun noch zusätzlich ein eigenes Murnau-Siegel entstehen, mit welchem das Engagement für „bio, regional und fair“ belohnt wird. Die Organisation Fairtrade Deutschland garantiert dem Kunden, der Produkte mit dem grün-blauen Siegel für den Mehrpreis der Waren faire Löhne und faire Lebensbedingungen für die Erzeuger. Seit elf Jahren gibt es in Murnau den Eine-Welt-Laden, der ausschließlich solch fair gehandelte Produkte im Sortiment hat. Das war nicht allen genug und führte zur Idee der Bewerbung Murnaus als Fairtrade-Gemeinde und seiner Präsentation als nachhaltig denkender und agierender Ort. Der Plan wurde vom Marktgemeinderat  im Oktober 2014 befürwortet. Eine dazu gegründete sog.  Steuerungsgruppe sorgte dafür, dass Murnau die Kriterien für eine erfolgreiche Bewerbung erfüllte und im November der Antrag eingereicht werden konnte.

Um eine Fairtrade-Gemeinde zu werden, mussten Murnaus Größe entsprechend mindestens vier Geschäfte, eine Schule, ein Verein und zwei Gastronomiebetriebe von den Vorzügen des fairen Handels überzeugt werden. Die beteiligten Geschäfte mussten sich verpflichten, mindestens zwei Fairtrade-Produkte ins Sortiment zu nehmen, die Schulen Aktionen beispielsweise beim Pausenverkauf zu starten, die Vereine bei Veranstaltungen unter anderem Fairtrade-Produkte anzubieten. Diese Mindestvoraussetzungen wurden jedoch sogar übertroffen.

Bei den Geschäften sind große und kleine dabei, wie Solaya, das Reformhaus, Kaffee Krönner, aber auch die großen Supermärkte. Bei den Schulen war es zuerst die Mittel-, dann die Realschule, bei den Gaststätten der ,Kaffeekocher‘ und die Murnauer Kaffeerösterei, bei den Vereinen unter anderem Kolping und der Seniorentreff.

Am Samstag, 9. Mai 2015 (Save the date! Vor’merkt!), wird der Gemeinde die Urkunde offiziell  im Rahmen eines großen Festes verliehen werden.

Bis dahin hat sich die Steuerungsgruppe aber noch ein weiteres Ziel gesteckt,  um faires, regionales und biologisches Denken und Handel von beispielsweise Geschäftsleuten und Gastronomen auch im Kleinen zu fördern und zu honorieren: das eigene Murnau-Fairtrade-Siegel.

In einem Flyer, der bis 9. Mai fertig sein soll, können die Geschäftsleute, Gewerbetreibende und Gastronomen dann für ihr weitsichtiges und umsichtiges Handeln werben. Dazu zählen – wie berichtet wird – neben den  Staffelsee-Wirten, die ohnehin schon ausschließlich Fleisch aus der Region beziehen, dem Käseladen, der nur Milch von Bauern aus der Region verwendet und auch ein Blumenladen, der Wert darauf legt, dass für seine Produkte nicht weite Transportwege in Kauf genommen werden müssen. Voraussetzung für den Erhalt des Murnau-Siegels und der Werbung damit seien faire Arbeitsbedingungen, fairer Lohn, transparente Handelswege, umweltschonender Anbau, Vermeidung klimaschädlicher Stoffe, keine gentechnisch veränderten Produkte, oder kurze Transportwege – für viele ohnehin schon selbstverständlich.

Ab sofort können sich Interessierte bei Julia Legelli unter Telefon 0 88 41/47 61 75, E-mail Umweltreferat@Murnau.de, oder bei Barbara König unter 0 88 41 /35 92, Email postkoenig@t-online.de, informieren und beraten lassen. Bereits Mitte März soll das erste Auswahlverfahren starten, um rechtzeitig bis zur Fairtrade-Gemeinde-Urkundenverleihung auch den zusätzlichen Murnau-Flyer präsentieren zu können.

Dies und mehr darüber hier.

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Eine Antwort zu “Marktschnabeln und Marktgeschnatter

  1. Pingback: “Bist Jeck!?!” – “Damit hast Du Recht!” {Oder: Kleine Fibel für Närrische} | Jus@Publicum·

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