Artenschutz 2015 – das zauberhafte Knabenkraut will sie verführen! {Ich auch}

Knabenkraut, Orchidaceae © Liz Collet

Knabenkraut, Orchidaceae © Liz Collet

Jaha, Sie lesen recht: Das zauberhafte Knabenkraut. Und ich auch. Wir haben einen Pakt, ein Bündnis geschlossen. Verschwörerbündnis. Um Sie zu verführen, sich hierher führen und ein bisschen umherführen zu lassen. In der Natur. Und zu manchem, das Natur und das Blaue Land Ihnen bieten. Nicht nur kulinarisch, nicht nur mit Kunst, das auch. Aber fangen wir mit dem an, was wir hier üppig haben: Natur. Und die ist einiges wert. Auch Wert, den es zu erhalten gibt und gilt. Und schon sind wir beim Pakt für die Natur, den das Knabenkraut und ich für 2015 geschlossen haben. Das trifft sich zufällig gut, denn es wurde nicht nur von mir erwählt, als „kleine Visitenkarte und Bote“ in Sachen Natur und Naturschutz hier im Blog. Sondern es wurde auch erwählt als eine der Arten des Jahres 2015:

Das sog. Fleischfarbene Knabenkraut, Kategorie: Orchidee des Jahres 2015.

Das Fleischfarbene Knabenkraut mit seinen leuchtend roten Blüten ist eine von fast 60 Orchideen, die in Deutschland wachsen. Der Arbeitskreis Heimische Orchideen hat es gewählt, um auf seine Gefährdung aufmerksam zu machen. Die bis zu 80 Zentimeter hohe Pflanze kommt vor allem im Voralpenland und in Brandenburg vor. In Sachsen, Thüringen und Niedersachsen ist sie vom Aussterben bedroht. Die Orchidee ist Licht liebend und gedeiht vor allem auf feuchten, sumpfigen Wiesen und in lichten Moorwäldern – doch sind eben diese auch in Gefahr. Weitere Arten des Jahres 2015 finden Sie hier gelistet; darunter – en passant – auch die bei mir so beliebte Zwiebel, die bis in das Spitzerl ihres Grüns nicht nur gut schmeckt, sondern auch äusserst gesund ist  und mir auch für Pasta und andere Gerichte im Winter gern als Ersatz für frische andere Kräuter schmeckt und daher in der kleinen grünen Kinderstube für die Zutaten der Rezepte ihren festen Platz hat.

Zu entdecken ist das Knabenkraut, wie viele andere wunderschöne und seltene Pflanzenarten, nur wenige Schrittminuten von meiner Haustüre entfernt im Murnauer Moos. Hier hat man das Glück eine geradezu rekordverdächtige enorme Artenvielfalt erleben zu dürfen, die mit mehr als 800 Farn- und Blütenpflanzen  das Gebiet besiedelt. Sie tauchen je nachdem in den Verlandungszonen, im Nieder- bzw. Flachmoor sowie im Übergangs- oder Hochmoor auf, darunter Trollblumen, Sibirische Schwertlilie,  verschiedene Knabenkräuter, Prachtnelken, Germer, Schwalbenwurzenzian, Scheidiges Wollgras, Moosbeeren, Rosmarinheide, Sonnentau und unzählige zauberhafte Gras- und andere Blütenarten.

Um dies in der Grössenordnung einmal zu veranschaulichen:

Es gibt Schätzungen zufolgen insgesamt weltweit rund 300.000 Pflanzenarten.
In Deutschland zählt man rund 10.000 Pflanzenarten.
In Bayern wachsen knapp 3.000 Wildpflanzenarten.

Im bundesdeutschem Vergleich ist das Rekord.

Unter diesen rund 3.000 Wildpflanzenarten kommen circa 50 weltweit ausschließlich in Bayern vor, die sog. Endemiten. Im Gegensatz zu Kosmopoliten sind das Exemplare, die ausschliesslich an einem (räumlich begrenztem) Ort vorkommen.

Allein 800 Pflanzenarten , die Sie hier im Murnauer Moos entdecken können, sind damit also schon ein echtes Naturschatzkästchen.

Damit aber nicht genug: Wie hier in einem meiner Beiträge erwähnt, ist beispielsweise auch Calopteryx virgo , die Blauflügel-Prachtlibelle  eine von rund 4000 Tierarten, die ihren Lebensraum im Murnauer Moos haben. Sie ist auch eine von 7  heimischen Arten , mit denen die  Artenschutzkampagne 2013 Bayerns UrEinwohner startete.   Die bayerischen Landschaftspflegeverbände (LPV) hatte auch 2013 wieder sieben einzigartige heimische Tiere und Pflanzen ausgewählt, die unseren Schutz und unsere Pflege benötigen. Sie stehen exemplarisch für “Bayerns UrEinwohner” und sollen nicht nur auf die schützenswerte Artenvielfalt hinweisen, sondern zum aktiven Mitmachen beim Artenschutz einladen.

Bayerns UrEinwohner sind unsere heimischen Tiere und Pflanzen. Ob leuchtend schön, ob unscheinbar,  selten und gefährdet und mit interessanter  Lebensweise. Alle leben seit Jahrhunderten in den  schönen Landschaften und sind auf  Pflege und Schutz angewiesen. Wenn Sie einige davon kennenlernen wollen, lohnt der Weg schon allein deswegen immer ins Blaue Land.

Vielleicht haben Sie Lust auf eine geführte Wanderung, bei der Sie auch viel Interessantes erfahren über die Pflanzen- und Tierarten, die Sie hier entdecken, sehen und auch hören können?

Dann schauen Sie bitte auch in die Beiträge in den kommenden Tagen wieder herein, ich habe einige hübsche Augen- und Gaumenschmankerl und Tipps für Sie, die schon jetzt  Lust auf Frühling und ein paar freie Urlaubstage oder Wochenendausflüge in wenigen Wochen machen können. Und für die Sie sich ein Zimmerchen früh genug sichern könnten.

Halten Sie Stift und Papier bereit, es lohnt!

Bild:

Weitere Pflanzen – und andere Motive rund um Murnau und das Blaue Land finden Sie ebenfalls in meinen Agenturen, fast alle können Sie mit und ohne Text auch als Postkarten, Poster und Kalender erwerben. Im Menü finden Sie die Links dazu, weitere Fragen beantworte ich selbstverständlich gern auch jederzeit per Mail oder Telefon.

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