Cat On a Cold Tin Roof

© Liz Collet

© Liz Collet

Die Katze auf dem kalten Schneedach.

Wie Sie sehen, sehen Sie nix!

Also nix von der Katze im Moment des Augen-Blicks, auf dem Schneedach.

Die aber über eben dieses Dach des vis-à-vis gelegenen Hauses spazierte, von einem Ende des Daches des Anwesens , bis zum dritten der vier dortigen Dachfenster, das ich hier vom Schreibtisch aus im Blick habe, wenn ich den Blick über Tastatur und Screen und Arbeit hebe. Was gelegentlich geschieht, wenn und weil die Philippuskatze, die Sie schon aus diesem Beitrag kennen, über das Geländer der Balkone, das Dach des Schuppens vor dem Haus, durch den Garten trabt oder auf dem Holztisch vor dem Haus Sphinx spielt. Alles im Blick über ihr Reich. Das sie nur netterweise auch mit Menschen teilt. Bevor sie dieses Reich wieder erkundet, kurzzeitig verlässt oder ins Haus schlüpft, wo sie vermutlich ebenso wie an den letzten Sommer- und Herbsttagen ihre Streichelrunde und Ruhepausen einlegt.

Sphinx spielen kann sie zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Sphinx im Blauen Land © Liz Collet

Sphinx im Blauen Land © Liz Collet

Das liegt Katzen in den Genen. Bis in die Spitzen jedes ihrer Fell- und Schnurrhaare. Katzen sind faszinierende Geschöpfe, denen man endlos zusehen könnte.  Ich weiss das, ich habe rund 20 Jahre einen solchen Blickfänger um mich haben dürfen und an diesem gelernt, mit dem grössten inneren Schmunzeln gelernt, dass Katzen sich ihre Menschen und nicht umgekehrt aussuchen. Jener Kater suchte sich mich aus. Nachdem meine jüngere Schwester sich ihn ausgesucht hatte.

An diesem Katzenwillen rüttelte nichts.

Nicht ihre Versuche, ihn unter meiner Schreibtischlampe wegzulocken oder wegzunehmen, unter der er mal neben meiner Hand, mal auf dieser sass, während ich in Lehrbüchern des Zivilrechts las und eigentlich die Hand für Notizen brauchte.

Nicht ihre Versuche, seine Körbchendecke auf ihr Bett zu legen und ihn damit dorthin zu locken, wenn er auf meinem Bett schlummerte oder nachts um meinen Hals gewickelt seinen Schlafplatz gewählt hatte oder auf meinen Füssen.

Nicht ihre Verbote an mich, ihn nicht zu streicheln. 

Mir waren nur niedere Arbeiten zugeordnet. Wie das Katzen-WC zu reinigen und Katzensandsäcke heimzuschleppen. Ihm morgens um 4 Uhr das Entwurmungsmittel zu verabreichen und ebenso früh die zuzubereitende „Spezialmilch“ anzurühren, wozu erst Wasser auf- und abgekocht werden musste, das erst wieder eine Zeit abkühlen musste (Augen auf und nicht vor Müdigkeit wieder einschlafen, bis das soweit war) und dann mit dem Milchpulver angerührt werden musste. Auf die der 6 Wochen alte Kater sich dann für ein paar Gutenmorgenschlapper hermachen konnte. Und mir blieben Tierarztbesuche und deren Kosten zu tragen und den Kater dorthin zu tragen und Ähnliches.

Was tut man nicht alles. Alles für die Katz‘.

Nun ja………offenbar nicht in jedem Sinne des Wortes. Denn vielleicht waren das (ich sehe das ganz katzenunromantisch) eben auch ein paar der Gründe, die bei Katzen (mit) entscheiden, welchen Menschen sie sich aussuchen.

Es mag zwar nicht erklären, warum das auch in den Jahren danach so blieb. Denn es änderte sich nichts daran. Nicht einmal etwas später, als ich nur noch an den Wochenenden von Regensburg aus während des Studiums nach München pendelte, um in der Bäckerei zu arbeiten, war er dazu zu bewegen, anderswo als auf meinem Bett auch unter der Woche zu schlafen.

Katzenleben und das Leben von Katzen und Katzen in ihrem Leben zu beobachten, ja, das finde ich fast so spannend wie …………………ja, eben auch Katze auf dem kalten Schneedach. Und…….

Fast so spannend wie Theaterstücke von Tennessee Williams. Den meisten nur als Film bekannt „Cat on a Hot Tin Roof„. Eines der Bücher, das ich leider nie selbst besass, sondern nur aus der Bibliothek einmal als Studentin dann in der Regensburger Unibibliothek entliehen und gelesen habe. Höchste Zeit eigentlich, es wieder einmal zu lesen…..

Ob es die Bücherei drüben im Tagungszentrum hier im Blauen Land auch haben könnte? On va voir. Der Blick in das Onlineportal der kleinen Marktbücherei wird das gleich beantworten.

En passant: Diese Bücherei verdient gelegentlicher Erwähnung. Nicht nur, weil sie 2006 und 2012 das Gütesiegel „Bibliotheken – Partner der Schulen“ für eine hervorragende Zusammenarbeit von Gemeindebücherei und Schulen vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus und vom Bayerischen Staatsminsterium  für Wissenschaft, Forschung und Kunst verliehen bekam. Diese Auszeichnung erhalten diejenigen bayerischen Bibliotheken, welche in den Bereichen Leseförderung, bibliotheksfachliche Dienstleistungen und Vermittlung von Informationskompetenz beispielhaft mit Schulen zusammenarbeiten.
Die Vergabe erfolgt auf Vorschlag der Fachjury.

Die Gemeindebücherei Murnau beteiligt sich ausserdem auch an dem Projekt „Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“, einer frühkindlichen Leseförderinitiative des Bundesministerium für Bildung und und Forschung und der Stiftung Lesen.  Die Bibliothek ist eine Anlaufstelle für Familien und ihre 3-jährigen Kinder, die dort ihr persönliches Lesestart-Set erhalten.

Auch finden dort für Kinder und Erwachsene immer wieder nette und interessante Veranstaltungen statt.

Über eine davon plaudere ich nachher noch ein wenig in einem neuen, gesondertem Blogbeitrag. Ich sage erst mal nur: Pssssst….Kamishibai.

Ku(ltu)rpark Murnau © Liz Collet

Ku(ltu)rpark Murnau © Liz Collet

Würde das alles rund um die zudem hübsch gelegene Bücherei am Kulturpark neben Horvath’s Rotem Hut nicht schon genügen, um mein passioniertes Leseherz für sich ganz und gar zu gewinnen, addiere ich einen weiteren Preis für die Bücherei – für besonders nette und charmante, hilfsbereite und freundliche Biblithekarinnen. Denen ich in Zeiten der dank Verzögerungen meines Internetproviders wochenlangen Internetlosigkeit u.a. einen PC- und Internetzugang verdankte, den man in Murnau nicht an jeder Ecke wie in München in Internetcafés etc findet. Und die mich mit der Art, wie diese kleine Marktbücherei geführt wird, verführten, mir nach mehr als 20 Jahren Absenz in Münchner Stadtbibliotheken, neben meinem unverändert gültigem und genutztem Ausweis der Bayerischen Staatsbibliothek auch wieder einen für eine „städtische“, in diesem Fall eine Gemeindebücherei zuzulegen, um präzise zu sein: Marktbücherei. Denn Murnau ist ein Markt. Nicht nur Gemeinde. Das ist ein Privileg. Und wurde einst von einem Kaiser als Recht verliehen. Nur wenige Schritte von meiner kleinen Lindenburg entfernt und unweit der „grossen“ Lindenburg oben am Hang, wo die vier geschichtsträchtigen vier Linden stehen.

Wo sie stehen, befand sich zu Beginn des 14. Jahrhunderts der Gerichtsplatz und 1322 verkündete Kaiser Ludwig der Bayer dort das Marktrecht für Murnau und rief den “kaiserlich gefreiten Markt Murnau” aus. Zwar fiel 1330 die Gerichtsbarkeit an das neu gegründete Kloster Ettal.

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Aber die Linden stehen noch immer hier. Ein Gnadenbild der Schmerzhaften Mutter Gottes wurde später dort aufgestellt, von der es 1821 hiess, sie habe die Augen gewendet und geweint. Seit 1824 befindet sich ihre Statue in der Maria-Hilf-Kirche in Murnau.

 Maria-Hilf-Kirche zur Blue Hour © Liz Collet

Maria-Hilf-Kirche zur Blue Hour © Liz Collet

Währenddessen ist die Philippus-Katze auf sanften Pfoten über’s Dach. Vom vorderen First her am Einsiedelweg, der zur Lieblingsbäckerei von meiner kleinen Lindenburg aus führt. Und von dort über den Schnee auf den Ziegeln tappsend, am ersten Dachfenster vorbei, am zweiten, …. am dritten vorbei…als dieses sich öffnet. Die Philippus-Katze hält inne, kurzes Sinnieren……Blick zum vierten Fenster vor ihr, dem letzten vor dem anderen Ende des Daches, dann entschliesst sie sich, doch das einladende Angebot anzunehmen und den Weg durch das dritte Dachfenster schlüpfend und dem Blick der Blogkritzlerin entschwindend ins Haus fortzusetzen. Aus die Maus, die kleine Abwechslung und Ablenkung der Burgkritzlerin, deren Hand in diesem Fall nicht fix genug an der Kamera für solche Augen-Blicke vom Schreibtisch aus war und um den Vorhang vor meinen Balkontüren beiseite zu ziehen und „Cat on a Cold Tin Roof“ im Foto einzufangen.

So bleibt nur der leise Schmunzelgedanke,  DIE Seniorenheimkatze hat’s gut. Zweifellos. Und: Kein Wunder, dass sie ebenso genüsslich dann bei mir ein und aus ging als „Begrüssungskomitée“

Heute ging sie durch ein anderes geöffnetes Fenster, eben das dritte Dachfenster vis-à-vis. Und blieb dort offenbar gern. So habe ich völlig vergeblich auch eine Stunde alle Balkontüren weit aufgerissen und gewartet, in Schal und dicker Joppe am Schreibtisch. Auf einen Philippus-Katzen-Besuch. Ich versuche mich ein bisschen zu trösten, vielleicht einfach noch nicht alt genug für ebenso ausgiebige Aufmerksamkeit der Philippuskatze zu sein, wie die netten Nachbarn, denen es nicht nur mit und wegen derselben im Haus Philippus sehr gut geht. Das können in Deutschland leider nicht alle Pflegepatienten von sich sagen. Oder diejenigen, die mit ihnen zu tun haben. Wie man leider erneut in einer Reportage des ZDF morgen zu sehen bekommen wird.

Dazu lesen Sie etwas später bei mir im §§-Zwirbel-Blog mehr. Und auch darüber, dass noch der kleinste der Kümmernisse jener Reportage sein wird, dass nicht in vielen Pflegeheimen Katzen ein und ausgehen können, wann sie wollen und weil sie es wollen und weil sie dort gern gesehen und auch gern gestreichelt sind, von Pflegern und Bewohnern gleichermassen. Seelenstreichler. Schon wenn sie um einen sind, diese faszinierenden Haustiger oder ins Blickfeld traben und tappsen. Und gute Laune und Lächeln zaubern. In Gesichter und den Tag. Schon frühmorgens beim Espresso.

Auf leisen Pfoten zum Morgenespresso hereinschauen© Liz Collet

Auf leisen Pfoten zum Morgenespresso hereinschauen© Liz Collet

 Und irgendwann……..bin ich noch schneller mit der Kamera bei der Hand. Oder lege sie auf dem Ahorntisch bereit. Für den Fall der Fälle. Und die Momente mit   „Cat on a Hot Tin Roof“.

PS: „Cat on a Hot Tin Roof“ ist nicht in der Marktbücherei vorhanden, zwei andere Bücher von Tennessee Williams dafür schon.  Auch die keiner der schlechtesten Gründe, am Markttag mittwochs noch auf ein paar Schritte weiter in der Bücherei reinzublinzeln – und vielleicht ins Regal beim Gattner oder Rupprecht einen Blick zu werfen. Ob sich dort eine Katze findet………… on a hot tin roof.

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Eine Antwort zu “Cat On a Cold Tin Roof

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