Sternsinger und Dreikönigssingen

Dreikönigskuchen © Liz Collet

Dreikönigskuchen © Liz Collet

Heute sind hier die Sternsinger, die für die Heiligen Drei Könige stehen, in Murnau unterwegs und haben – vor wenigen Minuten auch hier an der kleinen Lindenburg – die Neujahrswünsche und  Kreidezeichen an der Türe hinterlassen. Statt drei waren es fünf kleine Heilige Könige, die sich wacker durch den Regen von Tür zu Tür sangen, mit einer Keksdose als Schatzkästchen, die wie ein Sparschweinchen einen Schlitz für freundliche Gaben bekommen hatte. Weihrauchduft durchzieht nun das Haus sacht, obwohl sie nur an der Türe sangen. Und mir geht der andere Brauch des Hausräucherns durch den Sinn, der in den sog. Rauhnächten noch üblich ist. Das kann hie und da Brandmelderalarm auslösen, seit Rauch- bzw Brandmelder Pflicht und weiter verbreitet sind. Auch der geschwenkte Weihrauch hat  Sternsingerbesuchen – wie ich heute hörte – sowas schon mal verursacht, Schmunzelgeschichten zwischen Brauchtum und Tradition und modernen Lebensgewohnheiten.

Bei der Gelegenheit gleich noch ein Veranstaltungstipp:

Das Füssener Weihnachts- und Dreikönigssingen am Sonntag, 4. Januar 2015 findet in der Kirche Sankt Mang zusammen mit dem Staffelseechor Murnau von und mit dem Liederkranz Füssen, den Schönberger Weisenbläsern in Füssen statt. Infos und weiteren Daten HIER bitte clicken.

Der Dreikönigstag selbst am 6. Januar ist hierzulande der letzte oder einer der letzten freien Tage der Winterferien und des Winterurlaubs. Gesetzlicher Luxusfeiertag, weil nur in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen und daher nicht nur von denen regelmässig beneidet, die dieses Jahr eh schon brummeln, weil einige Feiertage ungünstig fallen und mit Brückentagen weniger als sonst Urlaubstage maximal herauszuholen sein werden.

Dabei liegt diesmal der 1. Januar und der 6. Januar sogar so günstig, dass mit einem freien Freitag und Montag ein sehr langes Wochenende drin gewesen wäre. Praktisch aber wohl weniger genutzt, weil eh Weihnachtsferien und -urlaub bei vielen jedenfalls mit Kindern bestehen.

Wer sich dafür ein wenig die letzten freien Tage versüssen mag, könnte zum 6. Januar einen Dreikönigskuchen backen. Für den Dreikönigskuchen gibt es eine Vielfalt von Rezepten: Die Galettes des Rois  wird in Frankreich üblicherweise mit Blätterteig zubereitet. Videos habe ich HIER und DORT für Sie entdeckt, welche die Zubereitung erläutern.

Die Galette des Rois ist die in Frankreich verbreitete Variante des Dreikönigskuchens. Sie wird am 6. Januar, dem Dreikönigstag, zur Erinnerung an die heiligen drei Könige serviert.

Die Geschichte der Galette des Rois geht auf zwei Ursprünge zurück:

Zum einen auf die römische Saturnwoche, ein 7-tägiges Fest, bei dem üblicherweise die Kinder mit Kuchen beschenkt wurden. Der Termin fiel mit der Zeit der Lehnsabgaben zusammen, und der Kuchen erhielt daher den Namen „Königskuchen“.

Der zweite Ursprung geht auf das Konkordat von 1801 zurück, das als Datum für das Epiphaniasfest (Erscheinungsfest/Heilige Drei Könige) den 6. Januar festlegte. Das Epiphaniasfest gedenkt des Besuchs der Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar, die gekommen waren, um dem Jesuskind die Geschenke Myrrhe, Weihrauch und Gold zu bringen. Ihren Weg zur Krippe in Betlehem fanden die Heiligen Drei Könige, indem sie dem Stern folgten, der ihnen den Weg wies.

Diesem Doppelursprung ist die heutige Tradition zu verdanken, eine „Königstags-Galette“ untereinander zu teilen. In der Galette ist eine Fève (dicke Bohne) genannte kleine (Porzellan-)Figur eingebacken. Wer in seinem Kuchenstück die Figur oder die Bohne findet, wird mit einer Pappkrone gekrönt und ist König für einen Tag. Er darf sich seine Königin aussuchen, die sich auch eine Krone aufsetzen darf. Immer wenn der König sein Glas zum Mund führt, müssen alle Familienmitglieder „Le roi boit“ (Der König trinkt) ausrufen, eine für Franzosen schwierig auszusprechende Wortkombination. Der Brauch wird vor allem in Familien mit Kindern und in Kindergärten gepflegt.

In einigen Familien legt man das „Armenstück“ oder das „Liebe-Gott-Stück“ beiseite, um es unvorhergesehenen Besuchern zu geben.

Es gibt grundsätzlich zwei Arten von „Galette des Rois“, la brioche (Hefeteig) und galette feuilletée (Blätterteig).

Bei uns werden oftmals auch Dreikönigstorten und zu diesem Anlass als Rezepte angeboten.  

Für einen Dreikönigskuchen die Krone zu finden, ist kein Problem, wer sie nicht aus Goldpapier basteln mag, findet bei Faschingszubehör und Spielwarenabteilungen Passendes. Für den König gibt es entweder passende Porzellan- oder Gipsfigürchen.  In vielen Rezepten findet man stattdessen eine Bohne, eine Münze, eine Porzellanfigur oder gar einen Diamanten wie beim französischen Bäcker im Jahr 2011.

Ich mag den Dreikönigskuchen aus Hefeteig besonders gern. Und bei mir ist der „König“ eine blanchierte Mandel. Erstens schmeckt sie dann auch und ist hygienischer als eine Münze etwa einzubacken. Und zweitens wird bei mir der Dreikönigskuchen mit Hefe gebacken und mit Mandeln aussen verziert, so dass dann nicht nur der eine Finder der Mandel „König“ ist, sondern alle königlichen Mandelgenuss beim Kuchen haben.

Mein Rezept zum Dreikönigskuchen ist heute folgendes:

375 g Mehl
1 Packung Dr. Oetker Hefe Garant
Mark einer Vanilleschote
etwas Abrieb einer Zitrone
80 g Zucker
50 g zerlassene Butter
Prise Salz
190 ml Milch
1 Ei
60 g in Rum eingelegte Rosinen

Mehl mit Hefe, Salz, Zucker, Abrieb der Zitrone und Vanille mischen und mit der Milch zu einem Hefeteig verarbeiten. Bei der o.g. Hefe ist ein erstes Teigerl und dessen Gehzeit nicht erforderlich. Ich verwende sie zwischendurch ganz gern als bei Bedarf immer im Vorrat vorhandene Alternative zur Frischhefe, die ich sonst eigentlich bevorzuge.

Den Teig dann für 15 Minuten unter sauberem Leinen gehen lassen.

Dann die Rosinen einarbeiten und den Teig in 7 Partien teilen, zu Kugeln verarbeiten und in einer davon eine ganze Mandel verstecken. Die Teigstücke zur Form wie oben 6 Kugeln um eine in der Mitte auf gebuttertes Backblech legen und noch einmal 10 Minuten gehen lassen. Dann mit 1 El zerlassener Butter bepinseln und blanchierte Mandelhälften darauf stecken.

Im Ofen bei 175-180 ° goldbraun backen. Dann noch heiss mit 2-3 El erwärmter Aprikosenmarmelade aprikotieren und abkühlen lassen. Dann mit Guss aus etwas Puderzucker, mit wenig Wasser angerührt besprenkeln. Mit dem Krönchen servieren. Wer die Mandel in seinem Stück findet, ist der König und darf bestimmen, was den Tag gemacht wird.

So, ….. nun wird es Zeit für eine Kanne meines Lieblingstees….. und ein Stück des Kuchens. Über das, was die Jagdfährte als Spuren und Jagdbeute ergab, erzähle ich Ihnen dann bei nächster Gelegenheit mehr. Und an eine Galettes des Rois wie diese wage ich mich dann vielleicht nächsten Dreikönigstag.  

Bildquelle Dreikönigskuchen © Liz Collet

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9 Antworten zu “Sternsinger und Dreikönigssingen

  1. Für alle, die man erst mit Bildern nach Füssen locken muss, habe ich hier noch ein Augentratzerl von „Gipfellicht“

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