Es werden Drachen auf dem See sein…………

Staffelsee © Liz Collet

Staffelsee © Liz Collet

Ich habe Ihnen das ja schon lange – nicht nur hier – angekündigt: Irgendwann werden Sie diese bei genauem Hinsehen entdecken, vielleicht an einem leicht nebeligem Tag, wenn rundum Morgentau auf den Wiesen und im Moos rund um den See liegt, noch Fetzen von milchigem sanftem Nebel über dem Wasserspiegel meines Lago Stafnensis zwischen den sieben Inseln schwebt und noch nicht im Sonnenlicht langsam schmelzend klarere Sicht eröffnen.

Wenn zwischen den Rundungen, den buckeligen 7 Erhebungen im Wasserspiegel, diesen 7 Inseln vielleicht noch etwas anderes sich aus dem Wasser wölbt und rundet und erhebt.Und nicht nur dort kann man sie hie und da erahnen und entecken, hier im Blauen Land.

Jetzt werden Sie es zu sehen bekommen, was mir in mehrfacher Hinsicht Vergnügen bereitet, dazu gleich mehr, warum.
Drachen und Drachenkopf werden auf dem See zu sehen sein. Und blau wird der Drachen dann sein, auch das hatte ich Ihnen ja angedeutet, mehrmals.

Nein, nicht so, wie hier in Seehausen, wenn Schatten Wikingerschiffen gleich Spuren ins Dorf zeichnen und Schatten der Ereignisse vorauszuwerfen scheinen, als gleite ein Schiff über eine Wasserfläche.

Rätselbild © Liz Collet

Rätselbild © Liz Collet

Seehausen aber ist richtig. Am Dienstag, 29., und Mittwoch, 30. Juli 2014. Wenn die  „Regina“ in See stechen wird am Staffelsee. Die Legionäre des Schiffes werden auf der Buchau ein kleines Feldlager beziehen und ein Rahmenprogramm bieten, wie Prof. Konen angekündigt hat: Einblicke in die römische Küche und Schmiedekunst oder in die Herstellung authentischer Ledertaschen. Wer will, lernt die antike Vergangenheit an den Grenzen des Römischen Imperiums kennen. Am Dienstag und am Mittwoch (jeweils 10 bis 11 Uhr und 17 bis 18 Uhr) können Klassen, Kinder mit Elternteil und andere Interessierte mit dem Schiff ausfahren; Start ist jeweils gegen 10.30 und 17.15 Uhr auf der Buchau.

Wie das aussieht, wenn die „Regina“ gerudert und dann steuerbords von einem Schiff der Neueren Zeit überholt wird, können Sie im Video hier in „Mit dem Römerschiff Regina Lusoria auf dem Mainlimes“ von einer früheren Fahrt des Schiffes sehen.

Die „Regina“ war vor 10 Jahren zu Wasser gelassen worden, am 1. August 2004 als der erste schwimmfähige Nachbau eines antiken Flusskriegsschiffs. Sie ist damit der Pionier und Vorreiter bei der praktischen Erforschung der römischen Militärschifffahrt auf Rhein und Donau und auch heute noch ein vielbesuchtes und –beachtetes Aushängeschild der Universität Regensburg resp. des Lehrstuhls für Alte Geschichte.Und das war und ist mir, die ich nicht nur an der Juristischen Fakultät der Universität Regensburg mein Studium absolvierte, sondern noch Anglistik und Romanistik und  auch Geschichte studiert habe, ein ganz besonders Vergnügen.

Die innerhalb eines Jahres entstandene Konstruktion geht weitgehend auf die Arbeit von Studierenden der Philosophischen Fakultät zurück. Natürlich ist das Fahrzeug, welches mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die spätantike Schiffsgattung ‚Navis Lusoria‘ repräsentiert , in den letzten Jahren einer Reihe von wissenschaftlichen Untersuchungen unterzogen worden. Die Ergebnisse aus diesen Untersuchungen haben zu einer Reihe von neuen Erkenntnissen über die Funktion, Gliederung und Bedeutung der spätantiken römischen Flussflotten auf den Grenzflüssen Rhein und Donau beigetragen.

Den bislang bedeutendsten Schiffsfund des Altertums nördlich der Alpen stellen 5 spätantike Schiffe aus Mainz dar. Sie wurden im Winter 1981/82 in der Baugrube für das Hilton Hotel am Rhein entdeckt. Über die Baustelle verteilt wurden mehrere Schiffe bzw deren Teile aufgefunden, welche der Gruppe der Flusskriegsschiffe zugeordnet und als navis lusoria bezeichnet werden: Wendige, leichte, grosse Ruderschiffe. Mitte des 4. Jahrhunderts war dieser Schiffstyp von  den römischen Truppen für Patrouillenfahrten auf Rhein und Donau zur Abwehr der Germanen im Einsatz. Schätzungen zufolge sollen auf rund 200 km Donau unterwegs waren, ca 1000 Schiffe des Typs unterwegs gewesen sein.
Das und mehr lesen Sie auf der

Homepage des Lehrstuhls für Alte Geschichte an der Universität Regensburg und dem dortigen

Lusoria Projekt

Baugeschichte

Forschungsfahrten & -ergebnisse

Auftritte

Außerschulischer Lernort

Quellen zur Geschichte und schriftlichen Zeugnisse zur Navis Lusoria gehören in die Zeit zwischen 350 – 450 n.Chr. Zu weiteren Zeugnissen finden Sie mehr zur Forschungsliteratur, zu der HIER weitere Infos zu lesen sind.

Ausserdem interessante Literatur

  • H. Konen: Exploratio Danubiae. Ein rekonstruiertes spätantikes Flusskriegsschiff auf den Spuren Kaiser Julian Apostatas, Frank & Timme Verlag Berlin, 2009 (mit F. Himmler u. J. Löffel)
  • F. Himmler: Naves Lusoriae – Flusskriegsschiffe der Spätantike, in: Réma. Revue des Études Militaires Anciennes Bd. II, 2003, 153-179.
  • F. Himmler:: Untersuchungen zur schiffsgestützten Grenzsicherung auf der spätantiken Donau (3. – 6. Jh. n.Chr.), BAR (= British Archeologica Reports) Series 2197, Oxford 2011 (mit engl. Abstact)
  • H. Konen/Chr. Schäfer (Hrsg.): Navis Lusoria. Ein Römerschiff in Regensburg, St. Katharinen 2004
  • H. Konen/ Chr. Schäfer: Das Lusoria-Projekt. Neue Erkenntnisse durch den Nachbau eines spätantiken Flusskriegsschiffs, Blick in die Wissenschaft 17, 2005, 42-45
  • H. Konen: Spätantike Schiffsverbände auf dem Ober- und Niederrhein, in: P. Haupt / Patrick Jung (Hg.): Alzey und Umgebung in römischer Zeit. Archäologische und historische Beiträge, Alzey 2006, 127-136.

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3 Antworten zu “Es werden Drachen auf dem See sein…………

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