Dissonanz um Glockenklang von Sankt Michael in Seehausen

In Seehausen herrscht Ärger um die neu anzuschaffenden Glocken für das Geläut von Sankt Michael. An den alten Glocken im Turm von St. Michael nagt der Zahn der Zeit, ihr letztes Stündlein wird bald schlagen.

Die Kirche Sankt Michael in Seehausen hat eine interessante Geschichte,  die Sie hier lesen können.

Ihre Wurzeln reichen rund 1000 Jahre in der Geschichte zurück, in denen zunächst ihr Platz auf der Insel Wörth war. Die adeligen Brüder Landfried, Waldram und Eliland (die Grafen von Antdorf)  liessen in der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts im Hausengau herrliche Klöster bauen, darunter Benediktbeuren, Schlehdorf und Kochel. Eliland  besass  ausgedehnte Besitzungen in der Umgebung von Schöffau, Rieden, Riedhausen, Froschhausen, Egling, Weindorf, Aschau, Murnau und Weichs.  Er  gründete um das Jahr  740 ein Kloster im Staffelsee, das mit 25 Benediktinern bewohnt worden sein soll. Im Herbst 742 wurde die Kirche – möglicherweise vom hl. Bonifatius selbst – im Beisein des Bischofs Wiktarp von Augsburg und des Herzogs Odilo dem hl. Michael geweiht und dem Gottesdienste übergeben. Dem hl. Bonifatius oblag damals die Kirchenorganisation im bayrischen Raum.

Diese Kirche war reich und einer  Bischofskirche gleich ausgestattet.  Das Inventar ist überliefert, da es um 811 auf Veranlassung Karls des Großen über Kirche und Mauerhof im Staffelsee  in einer  Liste aufgenommen wurde. Demnach umfasste der Besitz 740 Morgen Ackerland mit 42 zinsbaren Höfen, welche in Rieden, Seehausen, Riedhausen, Weindorf und Söchering lagen. Anbau und Ernte, Tierhaltung, Fron- und Soldatendienst für den Lehensherren, Frauenarbeit wie auch Art und Höhe der Abgaben sind bis in alle Einzelheiten vermerkt.

Die Ausstattung des Gotteshauses zeugt von erstaunlichem Reichtum. Das führte aber  auch dazu, dass dieser Kloster- und Kirchenbesitz im Jahre 907 den einfallenden ungarischen Reiterhorden begehrte Beute war. Dies und die Schrecken jener Zeit mit Morden und Plünderungen und der Zerstörung der Kirche werden hier beschrieben, ebenso die Geschichte des Neubaus der zweiten  Kirche um 960 erneut  auf der Insel Wörth und das Ringen um eine Kirche in Seehausen schliesslich und deren Errichtung  gegen den  Widerstand  seitens des  Kloster Ettals.

Obwohl die Kirche bereits 1776 fertiggestellt war, erfolgte die Weihe durch Clemens Wenzeslaus erst am 21. Juni 1782.

Die  aus dem Jahre 1915 stammende Orgel in der Pfarrkirche St. Michael Seehausen war nach 88-jähriger Geschichte 2003 ersetzt worden.

Die neue Orgel mit 1036 Orgelpfeifen (davon 955 aus Zinn und 81 aus Holz)wurde am Sonntag, 23. November 2003 mit einem feierlichen Gottesdienst eingeweiht.

Die Wahl der neuen Glocken nun entfachte massive Dissonanzen. Diese gehen so weit, dass Pfarrer Robert Walter am Sonntag, 2. Februar, nach der Messe (gegen 11 Uhr) im Stern-Saal mit einem Kompromiss aufwarten will – um für „Deeskalation“ zu sorgen.

Die ganze Geschichte  hier.

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Bildquelle:  unter anderem

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