Wo Fuchs und Hase sich ……….?

Fragen wir anders: Kennen Sie Fuchstal?

Zugegeben, das liegt  jetzt „nicht so ganz“ im Blauen  Land, aber auch  nicht allzuweit entfernt, wenn Sie ein bisserl mobil sind. Es lohnt einen Ausflug von hier aus. Die Gemeinde und Verwaltungsgemeinschaft  Fuchstal liegt an der „Romantischen Straße“ und hat neben Möglichkeiten zum Radfahren  und Wandern, nicht nur am Lech entlang  ein schönes Stückerl vom Staatsforst und  die Via Claudia Augusta zur  Erkundung anzubieten.

Die Romantische  Strasse bietet hier neben den Sehenswürdigkeiten der Königsschlösser, der unweit gelegenen Wieskirche und anderen sehenswerten Orten wie Schongau, Steingaden, Rottenbuch und dortigen Reiseschmankerln Historisches und andere Augenschmankerl.  Eine Route dorthin, bei der Sie einen „Schlenker“ nach Fuchstal einlegen können, fällt nicht schwer. (Bei Interesse stelle ich Ihnen auch gern solche auf Anfrage zusammen)

Die älteste Römerstraße in Bayern, die Via Claudia Augusta, im Jahre 46 n.Chr. von Kaiser Claudius weiter ausgebaut, zieht durch die östliche Gemeindeflur von Fuchstal. Auf dieser späteren Handelsstraße ging schon sehr früh reger Betrieb. Seit 1998 ist die Via Claudia auch für den Rad- und Wandertourismus wieder belebt worden. Die Via Claudia wurde beschildert, und an der Verbindungsstraße Leeder/B 17 wurde ein Gedenkstein aufgestellt und eingeweiht.

Die Besiedelung der Gegend ist bis in die La-Tène-Zeit nachweisbar – in Asch und Leeder finden sich Hügelgräber und mehrere keltische Viereckschanzen. Zur Gemeinde Fuchstal gehören neben den Dörfern Asch, Seestall, Leeder einige Weiler. Neben den verschiedenen Sehenswürdigkeiten in  den Dörfern Asch, Seestall und  Leeder finden Sie in Seestall auch das Denkmal für die Opfer des Kz-Außenlagers Seestall: 1950 ließ die Bayerische Staatsregierung einen Gedenkstein am Lechufer, östlich von Seestall errichten. Er erinnert an die Außenstelle Seestall des KZ Kaufering. An dieser Stelle sind die bis 1945 verstorbenen Häftlinge aus dem Lager Seestall begraben worden.

Einen ausgiebigen Spaziergang und Wanderung lohnt das Landschaftsschutzgebiet Weldener Weiher. Diese Weiherkette wurde von ca. 300 Jahren zur Fischzucht angelegt. Im Wechsel mit Mischwäldern und Grünflächen bietet dieser Talraum besondere Reiz für die ruhige Erholung und viele reizvolle Naturmotive auch für Fotografen.

Mitten im Naturschutzgebiet in Fuchstal liegt auch die Biofischzucht von Dieter Wagner in geradezu idealer Lage. Um gegen konventionelle Fischzüchter bestehen zu können, genügt das allein natürlich nicht. Die Fische haben hier zwar zehnmal so viel Platz wie in einer konventionellen Fischzucht, so kann von „Stress“ der Fische hier nicht wie oft bei Fischzuchten die Rede sein. Gut bewachsene Uferbereiche mit Binsen und Froschkraut bieten den Tieren natürlichen Unterschlupf. Auch das gehört beispielsweise zu den Voraussetzungen, die den Betrieb für die strengen Richtlinien des Naturlandverbandes qualifizieren. Die Bio-Fischzucht ist dennoch und auch gerade deswegen eine anspruchsvolle Herausforderung. Vom Ei bis zur ausgewachsenen Forelle haben Dieter Wagner und seine Frau die Produktion in ihren Händen. Mehrmals täglich geht Alexandra Wagner in das Bruthaus, um den Nachwuchs zu pflegen. Die Becken werden laufend mit frischem Quellwasser durchspült, um ein Fließgewässer zu simulieren und damit auch die Brut vor Krankheiten zu schützen.

Fischkrankheiten gibt es auf dem Biobetrieb von Dieter und Alexandra Wagner so gut wie keine, denn das klare Quellwasser der Teiche hat im Sommer wie im Winter die gleiche Temperatur von etwa acht Grad. Erlen und Eschen säumen die naturnahen Uferbereiche und spenden im Sommer Schatten.

Das Wasser der Quellen ist hier so sauber, dass sogar der einheimische Flusskrebs gedeiht. Seit einem Jahr züchtet der passionierte Biofischerzeuger die in Bayern vom Aussterben bedrohten Wasserbewohner. Sie halten ihm zugleich die Teiche sauber, denn die Krebse fressen allerlei unliebsames Zeug,  wie Muscheln und Pflanzen. Mit seiner Zucht leistet Wagner gleichzeitig einen kleinen Beitrag für den Erhalt der Art: Viele Flusskrebse haben – ausgehend von den Teichen – schon die Bachläufe der Umgebung besiedelt.

Gefangen werden die Fische nach Bedarf. Wegen des kalten Wassers wachsen sie etwas langsamer. Erst im Alter von zwei Jahren haben die Forellen und Saiblinge hier die richtige Speisefischgröße erreicht.

Geräuchert wird selbst, mit Buchenholz für das typische Aroma. Räuchern in der Ökofischzucht bedeutet viel Handarbeit. Die mit Steinsalz und Gewürzen gebeizten Forellen kommen bei 80 Grad für eine halbe Stunde in den gemauerten Ofen.Mehrmals in der Woche liefert Dieter Wagner aus. Er beliefert Bioläden bis nach München und hat sogar einen Biomarkt in Türkheim mitbegründet. Forellen, Saiblinge, Lachs, saisional Karpfen, ein reichhaltiges Räuchersortiment können Sie bei ihm bekommen.

Sie finden ihn auf folgenden Märkten:

Donnerstag: 14-tägig Biomarkt Türkheim 15:00 – 19:00
Freitag: Wochenmarkt Bad Wörishofen 8:00 – 12:00
Samstag: Wöchentlich Bauernmarkt Buchloe 9:00 – 12:00

Sie können seine Fische aber auch auf  seinem Hofladen kaufen  (Details zu Öffnungszeiten hier)

Vielleicht nutzen Sie einmal  die Gelegenheit eines ausgiebigen Ausfluges in ein wunderschönes Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiet  und verbinden diesen mit einem Einkauf von Fisch direkt vom regionalen Fischzüchter – für kulinarische Schmankerlgerichte, die Sie anschliessend  daheim geniessen? Oder Sie packen  sich einen hübschen Picknickkorb, in dem Sie bereits alles mitbringen, wozu nur noch als Highlight zart geräucherte Fische fehlen? Oder frischer Fisch, den Sie auf Ihrem Grill oder Gaskocher dann – natürlich nur dort, wo dies erlaubt und nicht verboten ist – frisch zubereiten könnten?

Ob die nahegelegenen Restaurants in Fuchstal auch seinen Fisch für Gäste auf den Tisch bringen, weiss ich nicht. Mancher bietet auf  Speisekarte „Forellen“ aus „eigener Quellwasseraufzucht“ an. Ob diese denselben Qualitätsanforderungen entsprechen, geht aus deren Speisekarte und Website dann leider nicht hervor.

In jedem Fall bedauerlich ist es, wenn selbst in einem Restaurant, das in einem so reizvollen Anwesen wie das Gasthaus Luitpold, nämlich in einer  ehemaligen Taverne aus der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts befindet, Kargheit an regionalen Fischgerichten herrscht, wenn man dort nach solchen  Ausschau hält. Muss es sein, dass man dort  lieber Tomaten-Orangen-Suppe mit  Garnelen oder Dorade (aktuelle Wochenkarte) anbietet, schwarze Lachstortelloni, grüner Spargel, Lachsterrine mit Honig-Senf-Dilldip, Garnelensalat mit Orange und Meeresspargel,  anstelle regionaler Fische, die  dort gar nicht zu finden sind?

Andere versprechen, Sie „mit bayerisch-regionaler Küche, außerdem Spezialitäten vom heimischen Fisch und Wild und saisonalen Gerichten“ verwöhnen zu wollen. „Heimisch“ ist  viel Fisch und in vielen Gegenden Deutschlands. Woher der Fisch  dann konkret kommt?

Aber vielleicht fragen Sie die Wirte dort einfach danach? Man muss das ja nicht erst vor Ort tun, wenn man bereits hungrig am Tisch sitzt. Warum nicht mal eine nette Mail dort hinsenden und fragen, ob und wann man auf der Karte dort auch mal regionale Fische oder andere Lebensmittel auf der Speisekarte bekommen kann? Oder  rufen Sie mal an und fragen Sie einfach nett nach?  Sie sind Gast, Sie wünschen sich was.  Was würden Sie wünschen, wenn……? Wenn Sie eben zum Beispiel dort hinfahren?

Und treffen dann – und je nachdem, was Sie als  Antwort erhalten oder auch nicht –  Ihre persönliche Wahl, wo Sie Ihr Menü  und Mahl „angeln“ – im Restaurant oder im Hofladen und ob Sie dann picknicken oder daheim selbst Ihre Schmankerl zubereiten mögen?  Sie………..haben ja die Wahl. Seien Sie ruhig auch ein bisschen wählerisch(er).

Mehr über die Fischzucht  Wagner übrigens aktuell in diesem Beitrag des BR und hier  im 5-minütigen  Beitrag von „Unkraut“ nur über die Fischzucht Wagner vom 20.1.2014, 19 Uhr. Dieser  Beitrag ist Teil der Folge von Unkraut, die auch sonst weitere interessante Beiträge enthält, die Sie derzeit noch als Video auch in voller Länge (45 Minuten) hier sehen können: Besser essen: Vom wahren Wert der Lebensmittel“, bzw. auch  hier in der Mediathek  des BR.(dort in der Suche nach Sendung => Unkraut)

Und………..wenn SIE Ideen brauchen für Picknick und Rezepte, wie Sie unterwegs frischen Fisch grillen oder auf dem Gaskocher zubereiten können, dann schauen  Sie demnächst wieder hier herein. Ich hab da schon mal was für Sie…………in Vorbereitung.

Inzwischen………..dürfen Sie ein bisschen überlegen, ob  Sie wissen, wo Sie und wann Sie draussen überall grillen oder den Gaskocher benutzen dürfen oder  auch nicht überall und immer. Wenn Sie es wissen, freue ich mich über Kommentare.

Auflösung auf diese Frage bald.

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