Sankt Mauritius ……..am Wegesrand

Sankt Mauritius Seehausen © Liz Collet

Sankt Mauritius Seehausen © Liz Collet

Am Wegesrand. Und ein bisserl auch am Ortsrand. In gewisser Weise. Wer Murnau besucht, entdeckt diese kleine Kapelle zumeist erst auf den zweiten Blick. Sie steht zwar  unweit des Bahnhofs Murnau und ist zu sehen, wenn man von dort vom Bahnhofsvorplatz an der E 6904 vorbei der Seehauser Strasse folgt und dann nicht ihrer Strassenführung  nach rechts abbiegt, sondern nach links in die Mauritiusstrasse blickt und einbiegt. Ob nun zu Seehausen gehörend, wie auf dem Ortsschild zu vermuten, oder zu Riedhausen – das dort ebenfalls angrenzt, jedenfalls stand am Ort dieser kleine Kapelle  an dieser kleinen heutigen Weggabelung von Kapellenweg und Mauritiusstrasse bereits zur Ortsgründung um 850 eine Kirche. Direkt daran vorbei führte die alte Römerstraße.

Mutmasslich soll seinerzeit die Hl. Katharina von Alexandrien die heute noch als Zweitpatronin verehrte Schutzheilige gewesen sein. Um das Jahr 940 brachte der Hl. Ulrich von einer Wallfahrt in das Walliser Gebiet Reliquien des Hl. Mauritius mit. Bischof Ulrich soll es auch gewesen sein, welcher der Kirche das „St. Mauritius-Patronat“ verlieh.  Obschon aussen unspektakulär anmutend zeichnet sich St. Mauritius durch wunderschöne, wenn auch nur noch teilweise erhaltene Fresken aus, welche aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts stammen.

Sehenswert ist auch der von den beiden Hinterglasmalern Alois und Sebastian Gege 1848 geschaffene Kreuzweg an der Südseite der Kirche. Jakob Gege malte eine Serie von Apostelköpfen hinter Glas. Durch einen Blitzschlag wurden 1946 sechs Exemplare davon zerstört.

Die Renaissance-Kanzel der Kirche war bis 1716 Teil der Froschhauser St. Leonhardskirche.

Im Chorbogen der St. Mauritius Kirche sehen Sie eine Madonna mit Kind, in der Altarnische eine sehr alte, jedoch leider nicht näher datierbare Pieta. Aus dem Jahre 1652 stammt der Opferstock der Kapelle.  Das Turmglöckchen ist aus der  Zeit zwischen 1350 und 1380 erhalten geblieben und wird durch eine weitere Glocke ergänzt.

Die Kirche gehört zu den Pfarreien des Bistums Augsburg.

Der eigentliche Charme der kleinen Kirche aber liegt – für mich persönlich – nicht nur in ihrer Ruhe und Stille und Abgeschiedenheit, die man dort geniessen kann, obgleich sie nur wenige Schritte von Bahnhof und einer der nach Murnau und um den See nach Seehausen und Uffing führenden „Hauptstrassen“ gelegen ist. Zu jeder Jahreszeit hat sie durch die hohen alten Bäume vor dem Eingang und mit der kleinen Bank davor einen Platz, an dem man mit dem Rücken an die Mauern der Kirche gelehnt eine wohltuende kleine Auszeit geniessen und nehmen kann.  Genuss pur beispielsweise an einem späten Nachmittag im Sommer, wenn die Bäume in vollem Laub stehen und die untergehenden Sonne vis-à-vis an Kirchenbank drinnen wie draussen ein warmes, stimmungsvolles Licht wirft. Im Spätsommer, wenn sich das Laub zu färben und zu fallen beginnt. Und an den ersten März- und Frühlingstagen, wenn rund um die Kirche zwischen dem Schnee und dem kleinen Kirchhof die ersten Blüten aus der Erde spitzen und eine der Katzen der umliegenden Höfe sich zur Bank und an die warme Mauer herüberschleicht. Die kleine Kirche ist ein hübscher Flecken, um einfach mal stehen zu bleiben. Andere weiter gehen zu lassen. Einfach mal da bleiben. Ohne anderen hinterher zu träumen oder schauen. Kleine Inseln in der Zeit. Für sich. einfach mal zum Sammeln. Besinnen. Innehalten. Zum ………………………….“Momentnsammeln“. 

Wissen SIE noch, wie das geht……….wenn man einfach mal nicht vorbei und weiter geht? Einfach mal……..steh‘ bleibn……

😉

Ausgangs- wie Endpunkt eines Spazierweges rund um den halben oder ganzen Staffelsee. An den zieht es mich zwar am Silvestertag dann wie jedes Jahr zum Jahreswechsel noch ein bisserl mehr. Jeder hat so seine kleinen Gewohnheiten. Für die Jahresgedankenwäsche. Wenn die Arbeit am letzten Tag getan ist,  man das alte, dahinschmelzende Jahr weglegen wird und bevor man das Kapitel eines neuen Jahres aufschlagen möchte, da muss er sein, am frühen Nachmittag am See entlang, mit seinen 7 Inseln. Bevor man abschliesst und neu beginnt. Altes Jahr. Neues Jahr. Hoffentlich Gutes Neues Jahr.

Aber für die anderen kleinen „Momentn“ zum Sammeln, da ist das Fleckerl Erde an der Mauritiuskapelle ein gutes Stückerl Insel, zum Innehalten. Steh‘ bleibn.

Mehr Fotos rund um die und aus der  Kapelle finden Sie demnächst hier, schauen Sie von Zeit zu Zeit wieder einmal herein oder selbst einmal hinüber zur kleinen Kirche oder in diese hinein?

Ein GUTES NEUES JAHR 2014

– für Sie !

Bis…………….2014!

Bildquelle: Sankt Mauritius Seehausen © Liz Collet, für dieses Foto  können Sie Nutzungsrechte auf Anfrage bei mir direkt erwerben, weitere Fotos der Kirche Sankt Mauritius in Seehausen finden Sie zum Erwrb von Nutzungsrechen oder Prints in verschiedenen Formaten auch hier:

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