Aus dem Dunkel ins Licht

 Aus dem Dunkel ins Licht © Liz Collet

Aus dem Dunkel ins Licht © Liz Collet

So scheint er zu blicken. Und zu stehen. Der Heilige Augustinus. Hier im Bild zu sehen als eine der vier Gestalten der großen Theologen des Abendlandes – Hieronymus, Ambrosius, Augustinus und Gregor der Große – die aus der Hand des Tiroler Bildhauers Anton Sturm stammen und ihren Platz in der Wieskirche bei Steingaden fanden.

Gestern etwa, bei meinem Besuch am Heilig Abend mit Gästen des Hotels Schillingshof aus Bad Kohlgrub, die (nicht nur, aber unter anderem auch) den geschichtlichen und kulturellen Spuren hier in der Wallfahrtskirche der Wies‘ bei Steingaden folgten. Die korrekte Bezeichnung der Wieskirche ist Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland auf der Wies. Sie gehört zum Bistum Augsburg.

Die Wies im bayerischen Pfaffenwinkel und an der Seite und unweit der Romantischen Strasse gelegen gilt als Juwel des süddeutschen Rokoko und wurde zwischen 1745 und 1754 erbaut. Zuvor war das Ziel der Pilger unter anderem das Gnadenbild des GEGEISSELTEN HEILANDS, der erstmals bei einer Karfreitagsprozession mitgeführt wurde. Dieser Christus an der Geißelsäule, aus Holz geschnitzt, bemalt, mit echtem Haar erregte jedoch so sehr das Mitgefühl der Gläubigen, dass der Klerus von einer weiteren Zurschaustellung absah und es der Wiesbäuerin Maria Lory schenkte. Sie verwahrte es und betete an diesem rund 2 Jahre, bis sie entdeckte und berichtete,  dabei auf dem Antlitz des Gegeißelten Tränen gesehen zu haben. Der aufgeklärte Klerus war zwar skeptisch, was das Tränenwunder betraf, gestattete aber dennoch die Verehrung des wundersamen Gnadenbildes in einer für den Zweck errichteten Kapelle. Diese – sie steht noch immer unweit der Wies wenige Schritte von dieser entfernt – war schon bald zu klein.

„Lasst die Pilger nur kommen,“ soll der Abt von Steingaden gesagt haben und: „Sie kommen in frommer Absicht immerhin. Wir geben ihnen einen Ort für ihre Andacht und für das Gebet. Sind sie erst da, kann man sie auch belehren.“

Und so liess er eine Kirche bauen auf der Wiese der Bäurin Lary. 1745 wurde der Wessobrunner Baumeister Dominikus Zimmermann mit dem Bau beauftragt. Das war der unaufhaltsame Beginn der heute noch anhaltenden Wallfahrten. Mehr dazu ist auch in diesem Video des SWR zu sehen.

Ein prächtig vom Föhnwind sauber geputzter weissblauer Himmel und weisse Winterlandschaft im Blauen und Ammergauer Land und im Pfaffenwinkel draussen bescherten so glückliche Lichtspiele im Inneren des Weltkulturerbes dieser Kirche, die ihre Aufnahme in die Liste der World Heritages in diesem Jahr mit einem 30-jährigem Jubiläum bestehen kann. Ein Video der Pilgrimage Church of Wies (UNESCO/NHK) ist auch hier zu sehen.

Siehe auch mehr dazu hier.

Die – vieltausendmal fotografiert – gleichwohl noch unzählbare fotografische kleine Lichtfunken und Highlights entdecken lassen kann. Sie lohnt auch deswegen immer wieder einen Besuch, bei dem man aber darauf achten muss, ihn nicht auf Zeiten von Gottesdiensten und Messen  zu legen, in denen Fotografieren und ein Umhergehen zur Besichtigung untersagt ist.

Lohnenswert sind auch die Konzerte in der Wies, zu denen Sie Informationen auch für 2014 wieder hier finden.

Anton Sturm wurde am 30. Mai 1690 in Faggen, Pfarrei Prutz in Tirol geboren und starb am 25. Oktober 1757 in Füssen. Er war ein süddeutscher Bildhauer des Barock und Rokoko mit Tiroler Wurzeln, im Allgäu, in Oberbayern und -schwaben, im Tiroler Außerfern und in einigen Museen finden sich die wichtigsten seiner Arbeiten. Die Hauptschule Füssen wurde anlässlich des 25-jährigen Jubiläums im Schuljahr 1994/95 in Anton-Sturm-Volksschule (Hauptschule) umbenannt und erhielt im September 2010 die Bezeichnung Anton-Sturm-Mittelschule verliehen.

Als §§-Zwirblerin mag ich von Augustinus – natürlich – besonders dieses seiner Zitate:

„Nimm das Recht weg –
was ist dann ein Staat noch anderes
als eine große Räuberbande“

De civitate dei, IV, 4, 1.
Übers.: Papst Benedikt XVI,
Rede vor dem Deutschen Bundestag am 22. September 2011,
Original lat.:
„Remota itaque iustitia quid sunt regna nisi magna latrocinia?“

Doch ist es nicht das einzige, das es zu lesen wert ist.

Augustinus von Hippo, auch: Augustinus von Thagaste, Augustin oder Aurelius Augustinus wurde am 13. November 354 in Tagaste in Numidien, dem heutigen Souk Ahras in Algerien geboren und starb am 28. August 430 in Hippo Regius in Numidien, dem heutigen Annaba, ebenfalls in Algerien. Er war Philosoph und einer der vier lateinischen Kirchenlehrer der Spätantike.
Unter dem Einfluss der Predigten des Bischofs Ambrosius von Mailand ließ er sich 387 n.Chr. taufen und wurde von 395 n.Chr. bis zu seinem Tod 430 n.Chr. Bischof von Hippo Regius. Sein Gedenktag in der Liturgie ist der 28. August.
Augustinus hat zahlreiche theologische und bis heute erhaltene Schriften verfasst. Für ihn war Glaube die Grundlage der Erkenntnis (crede, ut intelligas: „glaube, damit du erkennst“). Sein Werk Confessiones gehört zu den einflussreichsten autobiographischen Texten der Weltliteratur. Augustinus‘ Philosophie enthält von Platon stammende, jedoch im christlichen Sinn modifizierte Elemente.

Hierzu gehören insbesondere die Dreiteilung der Wirklichkeit

  • in die Welt des höchsten Seins, die nur dem Geist zugänglich ist,
  • die Geist-Seele des Menschen und
  • die niedere Welt des Werdens, die den Sinnen zugänglich ist.

Augustinus zählt zu den einflussreichsten Theologen und Philosophen der christlichen Spätantike, welche das Denken des Abendlandes entscheidend prägten, darunter auch die theologischen Schriften des emeritierten Papstes Benedikt XVI. Er gilt als der Vater und Schöpfer der theologischen und philosophischen Wissenschaft des christlichen Abendlandes und wird deshalb als Kirchenvater bezeichnet. Die Wirkungsgeschichte von Augustinus wird insbesondere in der Geschichtswissenschaft und Philosophie unter dem Stichwort Augustinismus beschrieben. Augustinus wird als Bischof im Ornat, zusammen mit den anderen drei Kirchenvätern (Ambrosius von Mailand, Hieronymus und Gregor der Große) oder mit seiner Mutter Monika von Tagaste dargestellt mit den Attributen des Buchrs und einer Feder als Symbolen der Gelehrsamkeit symbolisiert. Weitere Symbole sind ein flammendes oder von Pfeilen durchbohrtes Herz als Sinnbild feuriger Gottesliebe. Sie finden sich auch im Wappen der Augustinerorden.

Mehr Bilder aus der Wies und von dem Weihnachtsausflug? Blinzeln Sie wieder herein, bald lesen und sehen Sie mehr davon hier bei mir.

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2 Antworten zu “Aus dem Dunkel ins Licht

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